Demut vs. Bedeutsamkeit

Demut ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche …

So lautet der Untertitel einem Artikel Vissarions im Internet mit dem Titel „Noch einmal zum Wichtigsten“. In diesem Artikel heißt es unter anderem: Das Thema Demut wird nicht als ein gesondertes Kapitel in der Lehre des Letzten Testaments behandelt, denn die Lehre an sich ist die Lehre über die Demut. Diese Aussage kennzeichnet sehr deutlich denStellenwert dieses Themas.
Ein demütiger Mensch muss sich nicht vor anderen beweisen. Er bewältigt die vor ihm liegenden Aufgaben, ohne Aufsehen zu erregen oder Bestätigung zu erwarten. Auch strebt er nicht danach einen Vorteil in irgendeiner Form zu erlangen. Ihm genügt das, was ihm gegeben wird, ohne dass er danach gefordert hätte. Bescheidenheit ist auch eine Form der Demut.
Der Demut gegenüber steht das Streben nach Bedeutsamkeit, nach Wichtigkeit, was einer instinktiv-tierischen Verhaltensweise entspricht. (Vergleiche dazu Kapitel ‚Der Zustand der menschlichen Gesellschaft‘.) Ein solches Bestreben mündet leicht in der Suche nach Macht, was auch ein Übervorteilen des Nächsten nicht ausschließt. Eine weitere Erscheinung ist die Suche nach der bequemsten Lösung der Befriedigung materieller Bedürfnisse, was schließlich auch global zur Bildung der jetzigen auf individuellem Egoismus basierenden Industriegesellschaften geführt hat.

„Demut ist ein Zeichen von Stärke – nicht von Schwäche“
„Der wesentliche Wert des Sakramentes der Demut ist ihre Bestimmung, das Gegengewicht zu all dem darzustellen, was der Mensch auf der Basis seiner egoistischen Selbstbehauptung zu offenbaren imstande ist!  Und da die ursprünglich geformten egoistischen Besonderheiten des Menschen begannen, die führende Rolle in all seinen Lebensäußerungen zu spielen, so wurde auch das Thema Demut auf ganz natürliche Weise mit allen Lebensbemühungen des Menschen selbst verbunden. Wobei das Thema Demut nicht als ein gesondertes Kapitel in der Lehre des Letzten Testaments behandelt werden kann, denn die Lehre an sich ist die Lehre über die Demut.
Alles, was heute im Letzten Testament die Lebensäußerungen des Menschen betrifft, soll in der Regel dem Menschen helfen, entweder sich selbst zu vertrauen, oder aber seine Selbstsicherheit zu mäßigen, welche immer auf dem Streben nach egoistischer Selbstbehauptung der eigenen Bedeutsamkeit beruht. Sich im Leben zu behaupten – das heißt, seinen Platz des harmonischen Ausdrucks der eigenen optimalen Nützlichkeit für die Mitmenschen zu finden – das ist eine normale Erscheinung. Doch das Behaupten der eigenen Bedeutsamkeit unter den Mitmenschen ist ein Bestreben, das euch niemals erlaubt geistig zu reifen!  Aber all die gesellschaftlichen Institutionen der gesamten menschlichen Gesellschaft, die sich weiterhin bis in die Gegenwart erfolgreich behaupten, sind eindeutig mit der Lebensform der Menschengesellschaft auf der Basis der Grundsätze der Selbstbehauptung der eigenen Bedeutsamkeit verbunden! Deshalb erkläre ich euch allen offen: Solange die euch allen vertraute Lebensgestaltung fortbesteht – und es gibt auf der ganzen Erde nur die eine Art – solange seid ihr zur Selbstvernichtung verurteilt! “

Vissarion im Internet: veröffentlich bei vissarion.name am 4.1.2017 „Noch einmal zum Wichtigsten“, Vers 16ff.

Demut bedeutet nicht sich erniedrigen
„Demut – das ist nicht das Bestreben, sich in den Schmutz stampfen zu lassen, denn du erinnerst dich an den Gottesfunken, der in dir steckt. Doch wann immer du dich mit jemandem vergleichst, wirst du dich nie als etwas Höheres empfinden, wer auch vor dir stehen mag.
Demut ist die Fähigkeit, für sich das Geringste zu wählen vor dem Antlitz der ungeheuren Auswahl an Gütern und danach zu streben, den unbedeutendsten Platz beim Festmahl einzunehmen.
Demut wird durch die Fähigkeit charakterisiert, jede kleine Krume an Wissen wie den größten Schatz aufzunehmen, und sie das ganze Leben behutsam aufzubewahren, wobei dein Erbeben und die Zartheit erhalten bleiben, selbst wenn dir nichts weiter gegeben wird.
Demut zeigt sich ebenfalls darin, dass es dir nicht möglich ist, etwas als ungerecht zu bezeichnen.“

Letztes Testament: Buch der Ansprachen, Kap. 31, Vers 6ff.

Demut — Hochmut
„Einstmals näherte sich ein Mann einer Quelle des lebensspendenden Wassers und begann, auf seinem wunderbaren Ross hin- und herzustolzieren, um zu zeigen wie wertvoll er sei und wie hoch er sitze.
Aber die Zeit verstrich, und der Mann bekam Durst.
Danach stieg er vom Pferd, kniete nieder, beugte sich zur Erde und trank Wasser aus der Quelle.
In diesen Minuten schien es ihm, als habe er nie etwas Köstlicheres empfunden.
Versuche, die Wahrheit der Demut zu verstehen,
Denn nur die Demut wird dir helfen, mit dem Höchsten in Berührung zu kommen.“

Letztes Testament: Gebote, Vers 30

Siehe auch ein Video aus dem Jahre 1994: Vissarion spricht in einer Höhle in Israel über Demut.