Briefe Vissarions aus der Haft – Teil 1

„Mich interessieren nicht die Details, die möglicherweise einige einfältige Beamte dazu veranlasst haben,
absurde und entehrende Maßnahmen gegen uns zu ergreifen, die nichts mit Vernunft zu tun haben.
Ich weiß, dass dies ein äußerst wichtiges und notwendiges Ereignis ist,
nicht nur für die Gläubigen selbst, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes,
was die Anstifter der Verfolgung nicht verstehen konnten.
Das heißt, die Verfolger konnten nicht verstehen, welche Wirkung ihr Bestreben tatsächlich haben würde.“

Der Lehrer in einem Interview von NTV Russland am 22. März 2021
Siehe Videoreportage von NTV Russland vom 12. April

 

Botschaft des Lehrers vom 1. Dezember 2020

Meine lieben Freunde, Frieden für euch, Frieden euren Nächsten und eurem Zuhause!
Vielen Dank für eure sonnigen Worte!

Verteidigt euren Glauben“ – das beinhaltet vor allem die Bereitschaft, die Wahrheit zu zeigen, als Gegenpol zu dem, was von den Verfolgern und Schändern geäußert wird – aber friedlich zu zeigen, und zwar auf beeindruckende und vernünftige Weise, und nur dort, wo die Bereitschaft vorausgesetzt werden kann, sich mit einer anderen Sichtweise vertraut zu machen.

Ihr alle habt die interessante Möglichkeit, die Botschaft weiterzutragen.
Wenn ihr nicht gefragt werdet, jedoch versuchet, jemanden mit den Werten der Wahrheit, die euch teuer sind, vertraut zu machen, beinhaltet das ein Element der Aufdringlichkeit. Wenn es aber eine Gelegenheit gibt, über diese Werte als Erklärung oder Widerlegung einer Verleumdung zu sprechen, dann ergibt sich eine günstige Gelegenheit, die Botschaft zu verbreiten.

Frieden und Glück!

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org

Aufruf des Lehrers an die Gläubigen vom 10. Dezember 2020

Meine lieben Freunde, Frieden für euch, Frieden für euer Zuhause und eure Lieben!

Ich verstehe, dass ihr jetzt in großer Sorge darüber seid, ob die Verfolger unsere juristische Organisation „Kirche des Letzten Testaments“ schließen werden oder nicht.
In diesem Zusammenhang sehe ich es als günstig an, euch bestimmte Erklärungen zu geben.
Vor allem müsst ihr immer richtig verstehen, dass eine wahre Kirche unmittelbar entstehen kann, sobald zwei oder drei Personen im Namen Gottes zusammenkommen.
Die Bildung der wahren Kirche kann in keinster Weise von irgendeiner rechtlichen Eintragung abhängen. Solange sich Gläubige versammeln, um im Namen Gottes ein rechtschaffenes Werk zu tun, so lange wird es auch die Kirche Gottes geben.

Während ich gezwungenermaßen eure selbständigen Handlungen nur von außen beobachten kann, konnte ich doch oft Tränen der Freude für euch nicht zurückhalten. Ich denke, ich habe Gründe zu sagen, dass die Pforten der Hölle nicht gegen die Kirche bestehen werden, die ihr zu bilden vermochtet. Ihr werdet jedoch noch verschiedene Arten von Prüfungen durchgehen müssen.
Ich möchte sagen, dass ich in den letzten Jahren, als ich die Besonderheiten der Ereignisse in der euch umgebenden Gesellschaft bemerkte, mehrmals Zweifel an der Notwendigkeit der Fortführung einer solchen juristischen Organisation empfand, und ich habe wiederholt dieses Thema mit einigen eurer Brüder angesprochen. Aber wir werden hier jetzt nicht auf Details zu diesem Thema eingehen. Ich habe es nur erwähnt, damit ihr versteht, dass die Möglichkeit des Wegfalls der juristischen Organisation durchaus in Ordnung sein kann.

Ihr könnt versuchen, euch für diese eure Organisation einzusetzen, aber wenn es aus irgendeinem Grund nicht gelingt, solltet ihr nicht erschrecken und in Trübsal verfallen. Nur solche Organisationen können so etwas befürchten, denen es an wahren Werten mangelt und die es nötig haben, ihre künstlich aufgeblähte Wichtigkeit eifrig zur Schau zu stellen.

Eine juristische Organisation ist zunächst mit einer bestimmten Art von Erleichterungen verbunden, die zu nutzen ihr gewohnt seid. Das sind aber nur Erleichterungen aus Gewohnheit. Der Wegfall dieser Organisation kann nur Bedingungen schaffen, wo eine neue spezifische Umstrukturierung einiger eurer gewohnten Erleichterungen erforderlich sein wird. Es wird nichts Grundlegendes ändern können.

Anfänglich wurde für die Aktivitäten der Gläubigen eine Organisation registriert, damit es ein offizielles Recht gibt, öffentliche Räume für Versammlungen zu mieten und religiöse Literatur zu veröffentlichen und zu verteilen. All das war vor vielen Jahren wichtig, aber in letzter Zeit hat sich zwangsläufig vieles verändert. Mit dem Ziel der Schließung der juristische Organisation, die im Prinzip, wie ihr schon verstanden haben solltet, ihrem Wesen nach keine Kirche sein kann, betrachtet man die Verwendung finanzieller Mittel im gemeinschaftlichen Zusammenwirken.

Als ihr dereinst mit euren Bemühungen begonnen habt, einen gemeinschaftlichen Raum für gegenseitige Hilfe und gemeinsamer Entscheidung bezüglich all eurer lebenswichtigen Fragen zu erschaffen, habt ihr ganz natürlich das vorteilhafte Bedürfnis erkannt, nicht nur physische Mittel, sondern auch einige finanzielle Mittel zu vereinigen.

In eurem gemeinschaftlichen Zusammenwirken geschah das, was in der traditionell existierenden Gesellschaft untragbar ist, wo Betrügereien allerorts und jederzeit erfolgreich gedeihen. Bei eurer Zusammenarbeit erfolgte der Geldverkehr auf der Basis von Vertrauen, was in der euch umgebenden Gesellschaft nicht üblich ist, wo alles dokumentiert werden muss. Ihr habt begonnen, Offenheit und Vertrauen zu erlernen.

Ich denke, dass ich Grund genug habe, mich aufrichtig über euch zu freuen, denn seit der Gründung der Gemeinschaft hat es noch niemals einen Anlass gegeben, an der Integrität derjenigen zu zweifeln, die für die Verwendung der gemeinschaftlichen Gelder verantwortlich waren.
Aber wenn man es aus dem Blickwinkel der staatlichen Gesetzgebung betrachtet, gibt es eine Art Schwachstelle in eurem spezifischen Zusammenwirken. Fehlende Belege für die Rechtmäßigkeit der Verwendung der gesammelten Gelder können zu einem ernsthaften Stolperstein in einem Gerichtsverfahren werden. Es scheint für eine Verurteilung zu genügen, dass es Unzufriedene bezüglich der Abgaben gegeben hat, woran euch zu beteiligen ihr angeblich gezwungen wurdet, und auch die bloße Tatsache, dass jemand solche Gelder zur weiteren Verwendung an sich nahm. Es ist wohl so, dass derjenige, der die eingesammelten Gelder genommen hat, auch dann verurteilt werden kann, wenn deren Verwendung vollkommen vernünftig war.

Jemand war nur unzufrieden darüber, dass er das Geld gab und jemand anderes es nahm. Allerdings war in den bestehenden Regeln für das das gemeinschaftliche Zusammenwirken vorgesehen, dass nur diejenigen an der Erhebung der Abgaben teilnehmen konnten, die sich der Nützlichkeit des Handelns für das Gemeinwohl bewusst waren. Die Gläubigen selbst kamen einmal zu der Erkenntnis, dass das von Vorteil ist, und nicht, dass jemand sie zusammenrief und die Notwendigkeit dessen verkündete.

Es gibt noch andere Umstände, die die Verfolger als Grund für die Schließung der juristischen Organisation heranziehen wollen.
Aber angesichts ihrer offensichtlichen mangelnden psychischen Gesundheit sehe ich keine Notwendigkeit, darauf einzugehen.
Ihr werden es bald selbst erkennen und verstehen.
Während dieser leidvollen Zeit musste ich mich vielen Dingen stellen, die nur den Früchten eines geistigen Mangels zuzuschreiben sind.

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer. (Hinweis auf ein graphisches Werk von Francisco de Goya)
Und die geborenen Ungeheuer vervielfachen den Kummer.
Als segensreich erweist sich für euch alle die Prüfung, die sowohl das Herannahen einer bedeutsamen schicksalhaften Grenze kennzeichnen soll, als auch zur Öffnung des vollständigen Geheimnisses beitragen soll, damit ihr das wahre Gesicht von allem sehen und euch auf faszinierende Weise orientieren könnt.
Wenn ich in letzter Zeit sehr präzise in die Augen der Geschehnisse schaue, so erhoffe ich unbedingt einen Ausdruck von Vernunft zu entdecken.
Aber irgendwie erinnert es mich an die Antike, als Diogenes tagsüber mit einer brennenden Laterne durch die Straßen der Stadt lief. Und auf die verwirrten Fragen der Leute, die ihm begegneten, sagte er: „Ich suche einen Menschen.“

Ich warte und hoffe weiter…
Es ist lebensnotwendig, dass die Vernunft siegt!
Frieden und Glück!

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org

Brief des Lehrers vom 8. Januar 2021 an Iwan Pantjuchin

Zur Frage von Iwan Pantjuchin:

„Jemand versucht zu sagen, dass der Lehrer isoliert ist und keine aktuellen Informationen hat, und man sagt, die Hinweise in Deinem Brief bezüglich der Appelle an all diejenigen, denen die Menschenrechte wirklich wichtig sind, seien nicht ganz aktuell. Ich persönlich glaube, da es einen solchen Aufruf von Dir an uns gegeben hat, man hier nicht darüber philosophieren sollte sondern sich engagiert damit (dem Appell, Anm.d.Übers.) befassen sollte! Ist mein Verständnis richtig?“

Der Lehrer antwortete:

„Lieber Iwan, mein Freund, Friede deinem Heim!
Danke für deinen Sonnenstrahl, der in das Land des Dunkels hineinbricht! Natürlich versuche ich, so gut ich kann, diese Unvernunft, Heuchelei und Falschheit auszuhalten.

Die Prüfung ist nicht einfach …
Die Hauptsache ist, dass meine Gesundheit standhält; mein Organismus schafft es aber irgendwie, sich auf bemerkenswerte Weise anzupassen, und das zu glätten, was Besorgnis verursachen könnte.

Vanja, ich geriet in eine Isolation nicht nur aus irgendeinem Grund, sondern auch zu einem bestimmten Zweck!
Ihr seid in eine Situation hineingeraten, in der ihr es bereits schaffen solltet, die euch gegebenen Richtlinien richtig umzusetzen.
Das ist doch eine Prüfung!!! Darüber, dass sie über euch hereinbrechen wird, habe ich in letzter Zeit oft gesprochen.

Während der Prüfung auf Hinweise des Lehrers zu warten wäre irgendwie unangebracht. Ich habe euch doch gelehrt, unabhängig zu sein und andere Meinungen vernünftig einschätzen zu können, eure Gefühle zu beachten und die Ergebnisse eurer Schritte zu durchdenken. Wenn ihr in Übereinstimmung mit eurem Empfinden handelt und eurem Verständnis dessen, was erforderlich ist, so habt ihr immer die Möglichkeit, anzuhalten und es anders zu machen, wenn ihr etwas Fehlerhaftes seht.
Versuche, denke nach, und mache einen neuen Schritt!

Ihr seid in eine Situation hineingeraten, in der es keine Vorgesetzten unter euch gibt, und in der es nicht nur der Fähigkeit bedarf, sich nicht selbst zu belügen, sondern auch die Fähigkeit, notfalls einen einigen Schritt für alle zu machen!

Mit dem Beginn der Videotreffen und dem Wechsel des Gewandes zeigte ich, dass es gut ist, wieder aktiv zu beginnen, die Botschaft zu verbreiten!
Und die Ereignisse sollten zu einem gewaltigen Multiplikator werden!

Denke daran, Wanja, dass die Nicht-Aktualität einiger meiner einst gegebenen vorläufigen Hinweise nur dann richtig erkannt werden kann, wenn sie von vielen offenkundig gut verstanden werden. Wenn jemand vorerst Bedenken hat, etwas zu tun, so bedeutet das, dass er nicht in der Lage sein wird, das Notwendige auf Interesse weckende Weise zu tun.

Frieden und Glück!


Brief des Lehrers vom 20. Januar 2021 an Fam. Vovchenko

Valya, Friede deinem Haus!
Danke für den Sonnenstrahl aus deinem Haus.

Valya, konzentriere dich nicht zu sehr auf die Tatsache, dass du dir oft Sorgen machst. Jede Besorgnis ist schon eine Anspannung.

Als Mutter, die ein kleines wundervolles Kind hat, als Ehefrau, die einen wunderbaren Ehemann hat, wirst du dich unweigerlich um alle sorgen. Das ist nicht zu vermeiden. Das ist normal!

Besorgnis stimuliert das Bedürfnis, nach Möglichkeiten der besten Lösung für die entstandenen Schwierigkeit zu suchen. Der Besorgnis selbst kann man nicht entgehen.
Man muss darauf achten, nicht in heftige Wallungen zu geraten, und auf dieser Welle keine Forderungen und Beleidigungen zuzulassen! Also suche nicht nach Möglichkeiten, um die Spannungen im Zusammenhang mit einer Sorge zu vermeiden.

Du bist eine Frau, eine Geliebte, Ehefrau und Mutter – Sorge ist dein zweiter Vorname.
Finde das Maß … Und möge die Welle Sergej nicht einholen.
Frieden und Glück!

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org

Brief des Lehrers vom 28. Januar 2021

Liebe Freunde, Friede sei mit euch und eurem Heim!

Ich möchte allen, die mir diese Sonnenstrahlen in einem glänzenden Strom von wunderbarem Sonnenschein und Wärme geschickt haben, meinen großen Dank aussprechen. Ich habe nicht nur viele Glückwunschschreiben von einer Person oder Familie erhalten, sondern auch viele Glückwünsche, die von großen Gruppen von Menschen ausgesprochen wurden. Nach einmonatiger Pause erhielt ich am Abend des dreizehnten Januar eine große Menge eurer Glückwunschbriefe, die es mir ermöglichten, den Feiertag im Kontakt mit eurem herzlichen Feuerwerk der Lichter zu verbringen. Als ich am vierzehnten Januar, nachdem ich wieder einmal die bunten Schneeflocken, die ihr mir geschickt habt, über mein zugedecktes Bett gestreut und mich in eure vielen Briefe eingehüllt hatte, mich in deren Lektüre vertiefte und den ganzen Tag auf diese Weise zu verbringen gedachte, wurde ich irgendwann durch die Stimme eines wirklich überraschten Mannes abgelenkt, der sich gezwungen sah, mit mir ein Zimmer zu teilen. „Wie könnt ihr hier so glücklich sein!?“

Meine lieben Gefährten, ihr habt mir wirklich erlaubt, Glücksgefühle an einem Ort zu erleben, an dem es Schmerz, Verzweiflung, Bitterkeit und völligen Mangel an Glauben an Vernunft und Gerechtigkeit gibt. Ihr seid die Freude dieser Welt! Und bald bekam ich einen weiteren Strom von euren Briefen über die Feier, die es mir erlaubten, nicht nur viele von euch mit brennenden Kerzen zu sehen, sondern auch eure Anwesenheit um mich herum stark zu spüren. Ich freue mich sehr, dass sich das Schöne, von dem ihr euch in euren Briefen herzlich und poetisch ausgedrückt habt, in eurem Leben ereignet hat.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass ihr weiterhin würdig auf dem auserwählten Pfad wandelt und dass sich immer mehr zu euch von denen gesellen, die reif für ein solch rechtschaffenes Werk sind. Für die Neuankommenden gibt es bereits viel zu sehen, was bedeutet, dass eure Bemühungen der letzten Jahre begonnen haben, sich auszuzahlen. Das ist sehr erfreulich!

Tragt die Frohe Botschaft aktiv weiter, aber seid euch gleichzeitig der Verantwortung für jeden eurer Schritte voll bewusst, damit sie das Licht der Wahrheit so vollständig wie möglich widerspiegelt! In euch als den Erfahrensten sollte man Freundlichkeit, Verständnis und Fürsorge sehen und nicht den Wunsch, zu belehren und zu erziehen! Wiederholt nicht die altüberlieferten Fehler, die eure Vorgänger gemacht haben! Vorbild und Lehrer war und wird für alle Zeiten sein immer nur der Eine! Ihr alle seid untereinander Brüder und Schwestern, Kinder ein und desselben himmlischen Vaters. Daher seid ihr aufgerufen, eine Familie zu bilden! In einer Familie sollten nicht verschiedene Meister erscheinen, so wie in einem Haus nicht verschiedene Meister erscheinen sollten, denn Verfall, Spaltung und Zerstörung werden unweigerlich die Folge sein. Die Rettung Russlands und sein geistiges Aufblühen, und dann aller anderen Völker, sollte mit eurer Vereinigung begonnen haben, und dem Erlangung eurer Einheit auf der Grundlage der Wahrheit, die allen offenbart wurde! Bringt das Licht der Wahrheit durch rechtschaffene Taten, und mögen die segensreichen Gaben der Gnade aus euren Händen unerschöpflich fließen!

Seid gesegnet, Kinder des lebendigen und wahren Gottes, und möge die Liebe auf euren Lippen und in euren Händen sein!

Friede und Glückseligkeit!

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org

Brief des Lehrers vom 20. Februar 2021

Liebe Freunde, Frieden für euch und euer Zuhause!
Es freut mich sehr, dass es euch gelungen ist, die Prüfung, die sich in eurem Lebensweg gezeigt hat, auf eine bemerkenswerte Weise zu bestehen.

In einigen eurer Briefe äußert ihr Zweifel an der Richtigkeit eurer Reaktionen gegenüber denen, die bei den traurigen Ereignissen, die sich ereignet haben, bereitwillig eine bedeutsame anklagende Rolle gespielt haben.
Es sollte euch aus den Lehren klar geworden sein, dass als ein sogenannter Feind nur derjenige bezeichnet werden kann, der bewusst bestrebt ist, euren grundlegenden Lebensinteressen größtmöglichen Schaden zuzufügen.
Das Gebot „Liebe die Feinde“ bedeutet natürlich nicht, dass man sich bemühen soll, ihnen gegenüber irgendeine Bewunderung oder Freude auszudrücken.
Die Feinde zu lieben bedeutet in erster Linie eure rechtschaffenen Anstrengungen in der Weise, dass ihr euch nicht erlaubt, die Verfolger und diejenigen, die euch hassen, zu verurteilen; und dass ihr nicht in irgendeiner Art und Weise eure Abneigung ihnen gegenüber zeigt; und dass ihr in dem Falle, dass sie sich in einer Notlage befinden, die ihre Gesundheit und ihr Leben bedroht, ihr versuchen werdet, ihnen nach Kräften zu helfen, ohne sie an die zuvor verursachten Unannehmlichkeiten zu erinnern.

Gleichzeitig könnt ihr, wenn ihr den von ihnen verursachten Schaden seht und es für günstig haltet, ihn abzuwenden, durchaus auf die Rechte zurückgreifen, die in der bestehenden Gesellschaft vorgesehen sind. Aber in diesem Fall zeigt äußerste Wachsamkeit und lasst auf keinen Fall eine Falschaussage zu. Tut nicht das, was sich eure Feinde gern bereitwillig erlauben.

Es gibt bewusste und unbewusste Falschaussagen. Es kommt vor, dass sich eine Person dessen sehr wohl bewusst ist, dass sie ausdrücklich falsche Informationen über jemanden aussagt, und es kommt vor, dass sie Unwahrheiten erzählt, während sie jedoch aufrichtig an den Wahrheitsgehalt des Gesagten glaubt. Eine unbewusste Falschaussage kann ohne Weiteres auf euren subjektiven Einschätzungen und Annahmen beruhen und wirksam gedeihen. Der Mensch hat eine sehr starke psychologische Veranlagung, seine eigenen Schlussfolgerungen und Erkenntnisse als die richtigsten Informationen anzusehen. In diesem Zusammenhang kam und kommt es in der Geschichte der menschlichen Gesellschaft auf der Erde immer wieder zu verhängnisvollen Missverständnissen und unangemessenen Erscheinungsformen.

Nachdem ich mich mit den vorgelegten Aussagen der unzufriedenen und verurteilenden Menschen vertraut gemacht habe, sah ich, dass alle ihre Zeugnisse auf dem Glauben an die Richtigkeit ihrer eigenen Urteile beruhen, von denen einzelne Darstellungen aber völlig absurden und sogar komischen Charakter haben. Wie ich euch bereits gesagt habe, werdet ihr mit diesem lehrreichen Material die Möglichkeit haben, euch kennenzulernen, da alles, was jetzt von den Ermittlern aufgezeichnet wird, uns auf jeden Fall bekannt gemacht wird. All das dokumentierte Material wird bei uns bleiben. Vieles darin beinhaltet eine ausdrucksvolle Belehrung.

Die beiden euch wohlbekannten Menschen, die mit ihren gleichartigen falschen Anschuldigungen dazu beigetragen haben, uns ins Gefängnis zu bringen, waren sich überhaupt nicht bewusst, in was sie von den Experten der Ermittlungsabteilung geschickt verwickelt wurden. Ich denke, dass diese beiden bekannten Persönlichkeiten sich überhaupt nicht darum geschert haben, dass eine falsche Anschuldigung nach dem Gesetz und nach den Maßstäben der weltlichen Gesellschaft strafbar ist.

Meine Freunde, aus einigen eurer Briefe ersehe ich: Viele von euch glauben naiv, dass die Ermittler angeblich in der Lage sein werden, die unangemessene Verfolgung in Ordnung zu bringen und zu stoppen. Alles, womit ich unfreiwillig konfrontiert wurde, hat mir deutlich eine ganz andere Lage vor Augen geführt.

Unser Ermittlungsbeamter hat überhaupt nicht die Absicht, irgendwie objektiv zu verstehen, was mit uns geschieht. Die Ermittler versuchen wie Besessene so viele negative Beweise wie möglich zu sammeln, egal von welch geringer Qualität sie auch sind. Und die Möglichkeit, sich mit all dem angesammelten Unrat zu befassen, wird dem Gerichtsprozess zur Verfügung gestellt.
Wie ich sehen musste, hat der Ermittler nur ein Interesse, nämlich sicherzustellen, dass wir nicht nur schuldig waren, sondern dass unsere Schuld groß sein konnte.
Solch ein einseitiges Interesse war sogar imstande, ein amtliches Verbrechen hervorzurufen, von dem ihr alle erfahren habt, und bei dem unmenschliche Methoden der Gewalt und Einschüchterung angewandt wurden.

Die Dauer der vorgerichtlichen Ermittlungsmaßnahmen hängt in erster Linie davon ab, ob der Ermittler Vernunft und Angemessenheit an den Tag legt oder ob er sich zur Willkür hinreißen lässt und versucht, das Verfahren bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenze in die Länge zu ziehen, die sich im Falle des Vorwurfs der schweren Körperverletzung auf bis zu ein Jahr erstrecken kann. Diese Bereitschaft zur Willkür konnte ich bei einem eigens anberaumten Treffen mit mir ohne Anwesenheit eines Anwalts erfahren.

Aber gleichzeitig können andere Umstände den ganzen Prozess beeinflussen, der uns betrifft.
Einige von euch haben bereits aktiv daran mitgewirkt.
Wenn die Seite der Verurteilung anschaulich dargestellt wird, ist es zur Schaffung günstiger Bedingungen für eine objektive Beurteilung erforderlich, dass die Seite der Verteidigung nicht weniger aktiv und gleichzeitig anschaulich dargestellt wird.
Verteidigt euren Glauben!
Und in diesem Fall ist gegenseitige Unterstützung am wertvollsten, nicht Nörgelei und Kritik.
Lernt, auf einen möglichen Fehler vorsichtig hinzuweisen, unterstützend anstatt abblockend.
Von der richtigen Hilfe wird eine notwendige Initiative nur angefacht und die Qualität verbessert.
Von einer falschen Hilfe wird sie nur gehemmt und wird verlöschen.
Denkt daran, dass in vielen Fällen die Beschäftigung mit Kritik meist mit dem Versagen verbunden ist, etwas wirklich Sinnvolles zu tun.

Um euch gegenseitig zu helfen, genügt euer individuelles rechtschaffenes Verhalten, das ihr bereits auf bemerkenswerte Art und Weise zu zeigen imstande seid.
Wenn sich aber die Notwendigkeit ergibt, euren Glauben zu verteidigen, so werden all eure Äußerungen nur in der Einheit förderlich sein!
Denkt daran, dass niemand eine Initiative ergreifen kann, die von allen gleichermaßen gewürdigt wird. Der Mensch neigt dazu, eine einzigartige Art der Einschätzung zu machen.
Und das bedeutet, dass im entscheidenden Moment, wo Einigkeit gefragt ist, das Streben, nur an einzigartigen Einschätzungen festzuhalten, eure Bestrebungen ganz elementar auf das Bild aus der Fabel über den Schwan, den Flusskrebs und den Hecht reduziert! (Anm.d.Ü.: In dieser Fabel wird ausgesagt, dass ein Werk nicht gelingen kann, wenn die Beteiligten in verschiedene Richtungen ziehen)
Ich hoffe, ihr erinnert euch noch an diese weise Fabel.

Weiterhin meinen herzlichen Dank für eure Hilfe!
Dank euch ist es viel einfacher, alle auftretenden Schwierigkeiten zu ertragen.
Ich verneige mich vor euch!
Ich hoffe, ich kann es nicht nur in Worten auf Papier ausdrücken!

Frieden und Glück!

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org

Brief des Lehrers vom 1. März 2021 an Rimma

Liebe Rimma, Friede deinem Haus!

Danke für den Sonnenstrahl, der nach Johannisbeermarmelade duftet, die du in Ehren gehalten hast!

Ich bin sehr froh, dass sich die Erfüllung (die Wiederkunft Christi, Anm.d.Übers.) für dich als nützlich und wertvoll erwiesen hat.

Du hattest Recht mit deiner Bemerkung zu Alexander Herzens Überlegungen zur Wahrscheinlichkeit der Erfüllung, die er im 19. Jahrhundert treffend formulierte. Ich denke, dass viele nüchtern denkende Menschen dieser Zeit die gleiche Schlussfolgerung ziehen konnten.

Ich konnte die Wahrscheinlichkeit des Geschehenen nicht voraussehen, denn die Besonderheit des Geschehenen entsprach etwas Wahnsinnigem und höchst Irrationalem. Als ich den Inhalt der Anschuldigung zum ersten Mal hörte, hat mich das sehr erschüttert. Ich stellte mir vor, dass, wenn ich nun auch noch beschuldigt würde, ein dunkelhäutiger Freund Floyds zu sein – damals eine berüchtigte Persönlichkeit in den USA – und dass ich es war, der die Massenunruhen angezettelt hatte, ich nicht in der Lage sein würde, schockiert zu sein. Es ist sehr schwierig, sich die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einiger Einzelheiten der Absurdität vorzustellen.

Aber, jede Wolke hat einen Silberstreif! Alles hat seinen Preis! Was geschehen ist, ist nicht nur unvermeidbar für diese Gemeinschaft, sondern ist auch für eure Entwicklung am vorteilhaftesten!

Ich vertraue darauf, dass ihr das alles gut nutzen könnt!

Bis zum nächsten Mal! Frieden und Glück!

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org

Brief des Lehrers an Tamara vom 8. März 2021

Liebe Tamara, Friede deinem Haus!

Danke für den Sonnenstrahl aus deinem Herzen!
Ein Strahl, versehen mit fallenden Rosenblättern …

Ich bin sehr froh, dass du die richtige Wahl auf dem Lebensweg treffen konntest. Die Gebete deiner Großmutter waren eine Hilfe für dich!

Jetzt muss man dem Ansturm der kalten Winden widerstehen, die zuhauf von den Unglücklichen erzeugt werden … von denjenigen, die jetzt selbstvergessen nach dem Überleben streben.

Der Weg der Bestien …

Der tierische Aspekt des Überlebensinstinkts beinhaltet unvermeidlich die Fähigkeit, diejenigen, die als verletzlicher, schwächer und harmloser angesehen werden, für ihr eigenes Überleben zu benutzen.

Diejenigen, die sich jetzt für die Menschlichkeit entschieden haben, müssen nun die endgültige Entscheidung treffen!

Und dann, jedem das Seine…
Der Bestie das Bestialische …
Dem Menschen das Menschliche!

Frieden und Glück!

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org

Brief des Lehrers an seine Schwester Irina am 11. April 2021

überarbeitet am 24. April

Liebe Irotschka, meine liebe Schwester, Friede deinem Heim! Nun habe ich auch eine Nachricht von dir erhalten.
Ich verstehe, dass es für euch schwierig war, die Ereignisse ernst zu nehmen, und du hast erwartet, dass das ganze Missverständnis bald richtiggestellt wird. Leider ist die Gesellschaft erst noch auf einer Entwicklungsstufe, wo, wenn Politiker den Befehl „Schließen“ geben, dies beflissentlich befolgt wird, unabhängig davon, ob es Gründe dafür gibt oder nicht.

Was jetzt von uns verlangt wird, ist große Geduld und Ausdauer!
Die Verfolger versuchen, sich geeignete Anschuldigungen auszudenken, und sammeln akribisch jeden „Müll“, der in irgendeiner Weise so aussieht, als könne er die Anschuldigung stützen. Und da man nichts Normales finden kann 1), sind sie versucht, selbst zu Provokationen und ungesetzlichen Handlungen zu greifen.
Sie haben einen großen Fehler gemacht, weil sie in ihrer Unwissenheit nicht richtig einschätzen konnten, was sich in unserem Land ereignet 2), und sie haben angefangen, das Feuer zu löschen mit einem Windstoß, der das Feuer zwangsläufig nur anfachen konnte. Und nun stehen sie vor einer schwierigen Aufgabe: Wie kommen sie aus der Situation heraus, in die sie sich anmaßend hineingesteigert haben?
Je länger sie zögern, desto schlechter für sie! Gleichzeitig wird die Bedeutung dessen, was sich bei euch ereignet 2), nur wachsen!

Irotschka, über mich kann ich nur sagen, dass ich versuche, so positiv wie möglich das mir Zufallende zu überstehen.
Ich hoffe, dass die Vernunft siegen wird, aber ich bin gezwungen an einem Ort zu sein, wo alles darauf ausgerichtet ist, diese Hoffnung zu töten. Du brauchst nichts zu schicken. Nicht die richtigen Bedingungen …
Sag deiner Mutter, dass alles gut ist.
Bis bald.

1) Wörtlich übersetzt. Hier ist vermutlich gemeint, dass die Verfolger auf normalen Wege nicht das finden können, was man vor Gericht vorbringen kann.
2) Im russischen Original steht wörtlich übersetzt „das in unserem Land Geschende“ oder „das sich Ereignende“, und zwar groß geschrieben, womit dem „Geschehenden“ eine würdevolle (heilige) Bedeutung gegeben wird.

Übersetzung des Originals, veröffentlicht bei vissarion.org