Sonderthemen

An dieser Stelle erscheinen sporadisch kleine Zusammenstellungen von Texten aus Vissarions Schriften zu speziellen Themen.
Übersicht der Sonderthemen

03.03.2020 Wie wir die Realität wahrnehmen 
23.12.2019 Apokalypse
22.11.2019 Der Schlüssel zum Glück
22.09.2019 Seine Bedeutsamkeit demonstrieren
25.03.2019 Kränkung – den Schuldigen suchen
18.03.2019 Das Irreale – Phantasie und Träume


Wie wir die Realität wahrnehmen

Den Anlass zur Betrachtung dieses Thema war die Veröffentlichung von Vissarions Artikel „Rosarote Brille„.

Hier einige Ausschnitte aus diesem Artikel:

Ungeachtet der Tatsache, dass das Bild der rosaroten Brille eine positive Wahrnehmung der Realität impliziert, wird dieses Bild in der Regel benutzt, um auf einen Mangel hinzuweisen.
Und natürlich versucht der, der ein solches Bild gegenüber dem Gesprächspartner verwendet, zu zeigen, dass er selbst die Welt richtig und ohne Verzerrungen betrachtet, da er angeblich keine Brille verwendet. In diesem Zusammenhang sollten alle richtig verstehen, dass gerade der Mensch aufgrund seiner besonderen Eigenschaften prinzipiell nicht in der Lage ist, die umgebende Realität unabhängig von den individuellen Eigenheiten seiner eigenen Gefühlswelt wahrzunehmen!
Angesichts derselben Realität können die Menschen ganz unterschiedliche, ihrer Meinung nach logische Argumentationen anführen, wobei man auch sich widersprechende Interpretationen entdecken kann, was an sich schon ein deutliches Zeichen eines schwachen Verstandes ist.

 

Der Mensch nimmt die Realität immer durch eine irgendwie gefäbte Brille war, sei es eine rosarote, oder durch eine dunkel gefärbte Brille. Entsprechend der Beschaffenheit der Brille kann man die Handlungen der Menschen erwarten.  Vissarion weiter:

Was glaubt ihr, mit welcher Qualität von „Brillen“ haben die Menschen in der gesamten Geschichte immer wieder den Ausbruch von Kriegen, die hemmungslose Verbreitung von Leid und alle Arten von Willkür verursacht?

Es gibt einen vielen bekannten Ausspruch, der sagt, was du suchst, das findest du.
Je mehr Interesse du daran hast, das Böse zu finden, desto mehr wirst du glauben, dass es überall ist.
Nur ist das schon ein Zeichen einer schweren und gefährlichen psychologischen Erkrankung!

Und Vissarion kommt zu dem Schluss:

Wenn jemand also von einer rosaroten Brille spricht, die ihr tragt, dann wäre es richtiger, das als Kompliment zu verstehen und nicht als einen Nachteil. Folglich sollte sich jede Gesellschaft über die Existenz solcher Bürger freuen und sie beschützen, denn gerade sie sind das wichtigste Gut dieser Gesellschaft! Gerade solche Menschen haben die größte Veranlagung zu einem selbstlosen Schaffen, die anderen dagegen zu Zerstörung und zu ausschließlich persönlichem Nutzen, was es prinzipiell unmöglich macht, eine Gesellschaft zum Wohlergehen zu führen!

 

Lange zuvor, nämlich Ende der 90er Jahre, schrieb Vissarion bereits ausführlich zu diesem Thema, nämlich im „Nachwort„.
Hier wiederum einige Ausschnitte daraus:

33. Denn von alters her benutzt der Mensch sein Wort und versucht, seine Mitbrüder zu überzeugen und zu belehren, wobei er eine ungeheure Menge verschiedener Reden hält.
34. Konnte der Zuhörer jedoch in vollem Maße das Wesen des gesprochenen Wortes verstehen?
35. Einmal sah ein Mensch einen wundervollen Baum. Er erfreute sich an seinem Anblick.
36. Der bewundernswerte Stamm des Baumes strebte entschlossen in die Höhe, gab so seiner Lebenskraft Ausdruck, und Äste in wunderlichen Biegungen gingen von dieser Festung aus. Die Krone war wie geschnitzt und webte ein märchenhaftes Netz.
37. Und das Bild dieses wundervollen Baumes blieb für lange im Gedächtnis des Wanderers.
38. Bald darauf traf er viele seiner Brüder, und ihn dürstete danach, die Schönheit, die sich in seinem Herzen eingeprägt hatte, mit ihnen zu teilen.
39. Er sagte seinen Brüdern aber nur ein einziges Wort: „Baum“.
40. Und viele wollten mit ihm die Freude teilen, und als sie das ihnen bekannte Wort hörten, stellten sie sich einen bewundernswerten Baum vor. Die allgemeine Freude war groß.
41. Aber wahrlich, das sage Ich euch: Es gibt auf der Erde keinen zweiten Menschen, der nach diesem Wort dasselbe Bild gesehen hätte, das der Wanderer sich eingeprägt hatte.
42. Und der Wanderer verstand diese Wahrheit und verstand ebenfalls, dass, selbst wenn er präzisiert hätte, dass es sich um eine Kiefer handelte, so würden natürlich die falschen Bilder mit anderen Baumarten aus dem Bewusstsein seiner Mitbrüder verschwinden, aber weiterhin würde es keine zwei Menschen auf der Erde geben, die dasselbe Bild einer Kiefer sehen würden, wie er es in sich aufbewahrte.
43. Er verstand, dass er viel Zeit brauchen würde, um seinen Eindruck zu schildern und ihn den Nächsten zu übermitteln; doch selbst wenn er diese unermessliche Arbeit auf sich nehmen und mit vielen Worten jeden Punkt der Oberfläche des wunderbaren Baumes beschreiben würde, wäre sie unsinnig, denn er würde doch vor dem unüberwindbaren Hindernis stehen, die Schattierungen seiner Gefühle zu beschreiben, die das Wesen seines Verhältnisses zu dem Baum ausmachten.
44. Denn der Wanderer brachte keine unbeteiligte Beschreibung des Baumes mit sich, sondern seine Gefühle, die in einem seligen Feuer aufgelodert waren beim Wahrnehmen dieses Wunders.
45. Und natürlich haben klingende Worte nicht die Kraft, dieses Feuer zu berühren.

 

Und weiter über die innere Gefühlswelt des Menschen:

48. Jeder von euch besitzt außer den Sinnen, mit denen ihr ebenfalls von der Natur ausgestattet wurdet – denn ihr seid ja im Schoße ihrer Gesetze geboren – seine universelle und einzigartige innere Welt. Diese innere Welt hat ihren Ursprung in jenen Talenten, mit denen euch der Himmlische Vater ausgestattet hat, und die weit entfernt von logischen Schlussfolgerungen gewebt wurden.
49. Diese innere Welt in jedem von euch besitzt einen Satz bunter Glasstücke, die immer auf ihre Weise das Licht brechen, das von außen durch sie dringt, und ihnen die eine oder andere Skala unwiederholbarer Nuancen verleihen.
50. Insofern reagiert ihr auf die entstandene Farbigkeit, nicht aber auf die Realität, die neben euch erschienen ist.

 

Wir reagieren immer nur auf ein verzerrtes Bild der Realität:

52. Keiner von euch ist, aufgrund der euch gegebenen Einzigartigkeit, je in der Lage, auf das zu reagieren, was ist, sondern ihr reagiert immer nur auf euer Verhältnis zu dem, was in der Realität existiert.
53. Das bedeutet, dass jenes einmalige Prisma, welches das Wesen eurer inneren Welt ist, für euch immer eine bestimmte eigenartige Illusion der euch umgebenden Realität schafft.
54. Weshalb ihr die umgebende Realität im Lichte dieser Illusion wahrnehmt.
55. Illusion aber ist eine verzerrte Realität, und das bedeutet, sie ist nicht die eigentliche Realität.

 

Jedes Verstehen der Wahrheit immer nur eine Scheinwahrheit

58. Denn das Prisma, das unter dem Unglauben geformt wurde, färbt die Realität in immer düsterere Nuancen, und durch diese Illusion werden lebendige Blumen so wahrgenommen, als wären sie aus Stein.
59. Wahrlich, das sage Ich euch: Die Wahrheit richtig sehen kann nur die Wahrheit selbst.
60. Jede andere Berührung der Wahrheit durch den Menschen gebiert nur ein Verstehen der Wahrheit.
61. Jedes Verstehen der Wahrheit aber ist eine besondere Form der Scheinwahrheit.

 

Vorsicht bei der Versuchung, andere belehren zu wollen

76. Bei dem Versuch, eurem Mitbruder eure eigene Kenntnis über die Wahrheit zu vermitteln, indem ihr ihn lehrt, habt ihr in ihm nur ein neues Verständnis eures Verständnisses hervorgerufen, was nur noch weiter von der Wahrheit wegführt.
77. Denkt daran! Wenn ihr diesem Sakrament verfallt und in euch die Süße der scheinbaren Fähigkeit verspürt, den Mitmenschen vieles erklären zu können, so werdet ihr zu Sklaven der Versuchung, euch eine besondere Vorsehung zuzusprechen: den Durstigen und Strebenden lange Tiraden zu halten.
78. Ein Blinder beginnt, Blinde zu führen. Oh, welch‘ furchtbare Unwissenheit! Wie groß ist der Unglaube an den Großen Vater!
79. Und um euch vor dieser Gefahr zu schützen, ist einstmals mit dem kleinen Gesetz das Ewige für euch definiert worden; aber dieses einfache Gesetz ist unerkannt geblieben, es hat sich dem Menschen nur als falsche Mutmaßung eingeprägt, hinter welcher der Mensch sein Laster versteckt hat.
80. Und es wurde gesagt: „Ihr aber sollt euch nicht Meister und Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister und Lehrer – der das Wort Gottes ist. Ihr alle aber seid Brüder. (Matthäus 23,8-10) Und Gleiches ist euch bestimmt.



Apokalypse

Das Vorstellung einer kommenden apokalyptischen Umgestaltung des Geschehens auf der Erde hat in den vergangenen 2000 Jahren immer mal wieder die Gemüter erregt – so auch in der aktuellen Zeitperiode.
Laut Wiktionary bedeutet das Wort Apokalypse, aus dem griechischen stammend, „Enthüllung“ oder „Offenbarung“.
Ber Begriff wird jedoch häufig im fatalistischen Sinne mit der Vorstellung eines Weltuntergangs verbunden.

Dass sich die Apokalypse möglicherweise bereits vollzieht, wird anscheinend nicht nur von Vissarion so gesehen. In Zeit online beispielsweise konstatiert der Autor eines Artikels mit dem Titel „Die Apokalypse ist leider auserzählt“: „Die Menschheit hat sich zu allen Zeiten gern mit ihrem Ende befasst. Deshalb bemerkt sie nicht, dass es jetzt so weit ist.“

Vissarion hat das Thema in einem Interview für den Kanal ARTE im August 2019 erneut angesprochen.
Dort sagte er unter anderem:

„Ich habe bereits soviel Informationen und Inhalte der Lehre vermittelt, wie die Menschheit sie noch nie zuvor bekommen hat. Trotzdem schaffen die Menschen es nicht, das zu befolgen. Also wenn ich das betrachte, was auf sie zukommen wird, dann kann ich nur sagen, es wird schwer werden, sehr schwer. Es steht uns eine Art Apokalypse bevor. Sie läuft bereits und rückt ständig näher. Aber die Masse der Menschen führt ihre Lebensweise fort und niemand bemerkt etwas. Etwas will verhindern, dass die Menschen es merken.“

Im Folgenden ein Ausschnitt aus einem Treffen in Sibirien im Jahre 2014, welcher das Thema genauer beleuchtet.
Der Lehrer reagiert dabei auf eine Frage, in der eine Beunruhigung bezüglich der politisch kritischen Situation in der Ukraine ausgedrückt wird.

„Ich kann euch in diesem Fall nicht beruhigen. Wir sprechen nämlich über eine Situation, die in der Bibel als “Armageddon“, als “Apokalypse“ bezeichnet wird. Das ist wirklich ein entscheidender Zeitpunkt im Schicksal der gesamten Menschheit. Aber man muss sich entscheiden zwischen dem Leben und etwas dem Leben Entgegengesetztem.
In dem einen Fall lebt der Mensch in Freude, in dem anderen Fall leidet er und erlebt eine Tragödie. Die Menschheit hat jetzt die Wahl zwischen Tragödie und Glück. Die überwiegende Mehrheit der Menschen wählt vorläufig die Seite solcher Handlungen, die mit Tragödien verbunden sind. Und es ist nicht so einfach, alles umzudrehen; das ist sehr schwierig.

Deshalb gibt es diese Situation, und es ist besser, nicht so tief in sie einzutauchen: sie ist voller Tragödien. Haltet euch an das Helle, das Wichtige, Wertvolle, Heilige, das ihr in eurem Leben habt und strebt nach vorn. Alles Übrige (wenn man es einfach sagt) muss sterben. Es darf nicht leben. Weil man so nicht leben darf. Sonst wird überhaupt alles auf der Erde zugrunde gehen, und alle Menschen werden verschwinden. Das darf nicht geschehen (dass alles verschwindet), aber irgendein Teil muss verschwinden.

Der Mensch ist keine Maschine, man kann ihn nicht umprogrammieren und ihn zwingen, plötzlich in eine andere Richtung zu gehen. Normalerweise beeinflusst eine schwierige Situation die Wahl eines Menschen sehr – etwas Tragisches, Apokalyptisches, Globales, das die Menschen in eine Situation großer Gefahr führt. Er beginnt aktiver darüber nachzudenken, was um ihn herum geschieht. Solange der Mensch nicht mehr oder weniger von irgendwelchen Gefahren, die irgendwo in seinem Umfeld auftreten, betroffen ist, solange muss er darüber nicht nachdenken. Er lebt weiterhin so, wie er es gewohnt ist, und bemüht sich nicht weiter, sein Leben zu ändern. Er ändert es nur dann, wenn es ihn direkt angeht. Aber oft ist es dann schon spät. Darum ist das, was dort (in der Ukraine, Anm.d.Ü) vor sich geht, ein natürlicher Prozess, der nicht vermieden werden konnte. Er geschieht einfach.

Wir aber haben heute unser Treffen damit begonnen, dass Ich sagte: Jetzt müsst ihr aufmerksam sein, wenn euch die Frage gestellt wird: Nun, seid ihr bereit? Wie werdet ihr jetzt dieser Situation begegnen? Welche Gedanken lasst ihr in euch ablaufen? Wie werdet ihr nun reagieren? Werdet ihr verurteilen? Wie werdet ihr die Ereignisse einschätzen? Werdet ihr sie von der allgemein menschlichen Position aus bewerten können?
Um leichter das beurteilen zu können, was geschieht, betrachtet es vor allem von der allgemein menschlichen Position aus. Das heißt, ihr alle seid Menschen. Lasst die Benennungen “russisch“, “ukrainisch“, “amerikanisch“ u.s.w. weg; lasst einfach diese Schildchen weg. Ihr alle seid Menschen, ihr alle seid Kinder Gottes. Und versucht vor allem, von dieser Position aus zu denken, damit nicht irgendwelche nationalen Animositäten in euch aufkommen. Ihr alle seid Menschen, die Gott gleichermaßen liebt; und euch allen ist gleichermaßen die Möglichkeit gegeben, euch auf dieser Erde zu entwickeln und zu lernen zu helfen und euch gegenseitig nützlich zu sein. So ist die Lage. Man muss lernen, sich daran zu halten und dies unbedingt in seinem Denken zu berücksichtigen.

Aber Ich möchte gerade nicht von der tragischen Seite sprechen. Sie ist einfach als eine Eigenart der Zeit zu verstehen. Wir wollen das nicht allzusehr betonen. Der Lehrer zeigt vor allem, wohin man gehen muss. Er soll nicht das erzählen, was jemanden erwartet, wenn er geht. Das ist nicht Seine Aufgabe. Meine Aufgabe ist es zu erzählen, wohin man gehen soll, wie man werden soll. Über alles übrige – wozu soll Ich denn darüber reden. Ihr trefft die Wahl.

Und darüber hinaus, vergesst auch nicht, dass ihr ewig seid. So mancher wird das Leben verlassen, ohne auch nur die Richtigkeit von irgendetwas begriffen zu haben, aber er wird doch nirgendwohin verschwinden, wird sowieso zurückkommen; wird zu denjenigen zurückkommen, die vorwärts gegangen sind; wird bei ihnen geboren werden. Als kleines Kind wird er vor Liebe und Hingabe von den Eltern zärtlich beknabbert. Obwohl er vielleicht irgendein Nationalist war und irgendwelche ganz schreckliche Sachen mochte. Aber ihr werdet ihn beknabbern: was für rote Bäckchen er hat; er ist so lieb, so gut! Ihr werdet ihn herzen und werdet neue Werte in ihn hineinlegen. Er wird so oder so ganz normal seinen Weg machen.

Aber heutzutage herrschen bestimmte Zustände, die natürlich eine sehr große Gefahr hervorrufen. Und diese Gefahr wird euch zu einem negativen Denken provozieren. Sie wird eine solche Vibration erzeugen, die Unruhe hervorruft, irgendeine Befürchtung, irgendeine Anspannung. Doch das ist bloß Provokation, damit ihr dem nachgebt und unruhig werdet, Angst habt, einen Schuldigen sucht, anfangt, jemanden zu verurteilen und dem allgemeinen Strom nachgebt, der von der großen Masse der schwachen Menschen geschaffen wird, die sich noch nicht auf die Wahrheit festgelegt haben. Eure Aufgabe ist es, dem nicht nachzugeben. Versucht, diese Situation, diese Energie zu entspannen, durch richtige Gedanken zu entspannen. Wenn ihr betet, wenn ihr lernt, einfache Dinge zu bewundern, wenn ihr lernt, einander zu helfen, wenn ihr euch bemüht, jemanden zu rechtfertigen, wenn euch etwas an den Handlungen eures Mitmenschen gestört hat, so beginnt ihr genau dadurch das Negative, das sich um euch herum verdichtet, zu entspannen.

Ihr habt den Kampf aufgenommen; ihr habt den Weg dieses eigenartigen Kampfes mit der Finsternis betreten. Mit der Finsternis kämpft man so: Ihr lernt positiv zu denken unter solchen Bedingungen, wo die große Masse eurer Mitmenschen sich nicht einmal bemüht, normal, positiv zu denken. Auf die Weise werdet ihr die Ereignisse mildern. Aber ihr werdet sie nicht wesentlich ändern können.
Verändert euch vor allem selbst. Das spielt eine sehr große Rolle bei der Gestaltung eines neuen Schicksals der Menschheit. Lasst nicht nach; seid aktiv. Jeder von euch muss das tun, was er heute kann. Wenn ihr euch bemüht, maximal das zu tun, was ihr vermögt, so macht ihr gerade das, was von euch auch erwartet wird.“

Auszug aus dem Bericht von Vadim, Teil 24, Kapitel 3


Der Schlüssel zum Glück

„Der Schlüssel zum Glück“ ist ein Thema, welches Vadim kürzlich im Facebook aufgegriffen hat.
Im Zusammenhang mit der Information, dass der elfte Teil seiner Berichte (also das Jahr 2001 betreffend) im Verlaufe dieses Jahres bis zum 28. Kapitel im Internet veröffenlicht werden soll, wies Vadim darauf hin, dass der Lehrer im Jahre 2001 das o.g. Thema bereits berührte, und dass es gerade jetzt sehr aktuell sei im Hinblick auf die Erfordernisse dieser besonderen Zeit – die Notwendigkeit der Vereinigung der Menschen.

Da der elfte Teil in deutscher Übersetzung derzeit nicht vorliegt, weisen wir an dieser Stelle auf einen späteren Hinweis aus dem Jahre 2006 zu diesem Thema hin.
In diesem Abschnitt aus dem 1. Kapitel des 16. Teils bemerkt der Lehrer anfangs, dass wir Gott nicht außerhalb der Menschen suchen sollen, und dass wir uns voreinander öffnen sollen, um unsere Ängste zu verlieren und Vertrauen zu gewinnen.

81. Denn Gott ist in jedem von euch. Ihr werdet Gott nicht finden, wenn ihr Ihn außerhalb der Menschen sucht. Eure Seele ist aus den Teilchen Gottes gewebt, folglich könnt ihr Gott finden, indem ihr richtig einander anschaut, euch einander mit Verständnis annähert und euch voreinander öffnet.
82. Obwohl, ihr werdet in diesem Moment verwundbar. Aber man muss das machen. So ist dies wiederum eure Aufgabe, und eben dieser Weg wird euch helfen, viele Ängste zu überwinden. Dies muss man tun, denn nur so kann man geistige Kraft ansammeln.
83. Doch wenn ihr voneinander weggeht, einfach getrennt Gott suchend… Nun, natürlich, wenn jemand dies für sich für notwendig hält, möge er suchen. Also soll er noch immer weiter gerade auf solch eine Weise suchen.
084. Aber wenn ihr diese Wahrheit tiefer und breiter erkennen wollt, dann soll man nicht auf die Weise suchen – indem man voneinander weggeht. Gott ist in jedem von euch. Man kann nicht generell sagen, dass die ganze Persönlichkeit von Ihm, das ganze Wesen von Ihm in jedem von euch sei. Nein. Aber Seine Teilchen sind in euch allen verteilt.


Ausgehend davon, dass der Schlüssel zum Glück auf alle Menschen verteilt ist (Analogie zu Märchen), liegt die Rettung in der Vereinigung der Seelen („sammeln der Teilchen in das eine Ganze“).

85. Gelegentlich seht ihr euch ein Märchen an, wobei es solche eigenartige Geschichten gibt: man nimmt irgendeinen Schlüssel, der eine wundervolle Tür, das Schloss, öffnet; aber dieser Schlüssel wird in viele Teile geteilt und auf verschiedene Leute verteilt. Und jemand, irgendwelche Helden, versuchen, diese Teilchen zu Einem zu sammeln, um mit diesem Schlüssel die Tür zu öffnen, irgendein Geheimschloss aufzuschließen.
86. Und so stellt euch vor, dass der Schlüssel zu eurem Glück auf so Viele, so Viele wie es von euch auf der Erde gibt, verteilt ist. Sammelt diese Teilchen in das eine Ganze, vereint sie – und ihr werdet die Tür zum Glück aufschließen. Dieses einfache Sakrament soll man vollziehen.
87. Aber zuerst muss man verstehen, dass es sich gerade derart gestaltet, dass ihr die Teilchen des Schlüssels nicht woanders sucht, damit ihr kein Bild eines mystischen Schlüssels erschafft, den es nicht gibt, (den ihr aber versucht zu suchen, indem ihr euch immer neue Illusionen ausdenkt).
88. Die Schlüsselteilchen seid ihr. Und ihr sollt euch in das eine Ganze, das feste Ganze, in den Monolith, vereinigen. Und dies ist nur in einem Falle möglich – Vertrauen, völliges Vertrauen zueinander. Nur dann vereinigen sich eure Seelen maximal.
89. Aber zuerst wird das völlige Vertrauen Angst hervorrufen, es wird die Angst aufdecken, weil ihr nämlich Angst voreinander habt.
90. Und indem ihr so die Probleme löst, die konkret mit der einen oder anderen Angst von euch verbunden sind, werdet ihr die Bewegung zueinander beginnen. Und je weniger von der Angst bleibt, umso enger werdet ihr euch miteinander verschmelzen, das einige Ganze erschaffend. Dies ist er, der Weg der Rettung.
Letztes Testament: Berichte von Vadim, Teil 16, Kap. 1, Vers 81-90.

 

Seine Bedeutsamkeit demonstrieren

Das Thema „Bedeutsankeit“ beleuchtet Vissarion seit vielen Jahren immer wieder als eine spezielle Ausprägung des Egoismus, und als eine der wesentlichsten Antriebskräfte menschlichen Verhaltens.

Alles, was heute im Letzten Testament die Lebensäußerungen des Menschen betrifft, soll in der Regel dem Menschen helfen, entweder sich selbst zu vertrauen, oder aber seine Selbstsicherheit zu mäßigen, welche immer auf dem Streben nach egoistischer Selbstbehauptung der eigenen Bedeutsamkeit beruht.
Sich im Leben zu behaupten – das heißt, seinen Platz des harmonischen Ausdrucks der eigenen optimalen Nützlichkeit für die Mitmenschen zu finden – das ist eine normale Erscheinung. Doch das Behaupten der eigenen Bedeutsamkeit unter den Mitmenschen ist ein Bestreben, das euch niemals erlaubt geistig zu reifen!  Aber all die gesellschaftlichen Institutionen der gesamten menschlichen Gesellschaft, die sich weiterhin bis in die Gegenwart erfolgreich behaupten, sind eindeutig mit der Lebensform der Menschengesellschaft auf der Basis der Grundsätze der Selbstbehauptung der eigenen Bedeutsamkeit verbunden! Deshalb erkläre ich euch allen offen: Solange die euch allen vertraute Lebensgestaltung fortbesteht – und es gibt auf der ganzen Erde nur die eine Art – solange seid ihr zur Selbstvernichtung verurteilt! “
Vissarion im Internet: veröffentlich bei vissarion.name am 4.1.2017 „Noch einmal zum Wesentlichen“, Vers 19ff.


Kränkung – den Schuldigen suchen

In Seiner Festansprache am 18. August 2019 bekräftigte Vissarion, dass es zu einem „normalen“ Leben gehört, dass die Suche nach jemandem, der an den eigenen Lebensumständen Schuld trägt, vollends aufgegeben wird:

5.  Wenn auch die Wahrheit sich so oder so behaupten wird, so ist es doch sehr wichtig, um welchen Preis das geschieht. Je eifriger und würdiger ihr eure Arbeit tut, desto schneller, interessanter und mit weniger Mühsal wird die Änderung des Schicksals des gesamten Menschengeschlechts vonstatten gehen.
6. Und wie ihr schon richtig verstehen solltet, es wird nicht deshalb geschehen, weil ihr tatkräftig versuchen werdet, alles um euch herum zu verändern, sondern nur dadurch, wie  ihr versuchen werdet euch zu verändern, euch selbst zu verändern (indem ihr endlich einmal lernt, wenn ihr in für euch schwierige Lebensumstände geratet, nicht mal daran zu denken, dass irgendjemand an diesen Schwierigkeiten schuld war.)
7. Aber noch scheint diese Latte für viele von euch zu hoch zu sein; doch das ist die Norm. Die Norm, von der aus das normale Leben des Menschen beginnt, eine der kennzeichnenden Merkmale eines normalen Lebensniveaus.

Am 24.03.2019 veröffentlichte Vadim in Facebook folgenden Artikel:

„Der Lehrer war heute im Tal der Verschmelzung und beantwortete Fragen. 🙂
Das wichtigste war meiner Meinung nach eine Erinnerung daran, dass Fragen nur über sich selbst gestellt werden sollten, über seine eigenen Schritte, und dabei mutig die eigene Schwäche, die eigene Unreinheit zeigen.
Wenn eine Person durch die Frage nach der Richtigkeit seines spezifischen Schrittes seine Unreinheit offenbart – das inspiriert den Lehrer, das interessiert Ihn.
Eine andere Art von Fragen (über jemand anderen, über irgendetwas, über die Richtigkeit von Handlungen anderer) erzeugt in Ihm nicht das Bedürfnis, zu diesen Treffen zu kommen.
Und so kann man sagen: wenn wir Angst haben, Ihm seine Schwächen zu zeigen, dann wird es uninteressant für Ihn. 🙂
Ganz allgemein – Zeit der Prüfung!
Ich weise noch einmal auf dieses Bild hin: Kränkung/Beleidigung ist immer mit der Suche nach dem Schuldigen verbunden. Wenn wir einen Schuldigen suchen, so bedeutet das, wir sind gekränkt/beleidigt. Das heißt, die Suche nach dem Schuldigen ist ein direktes Kennzeichen für das Vorhandensein einer Kränkung/Beleidigung.“

Beachte in diesem Zusammenhang Vissarions Artikel „Über die Äußerung der Empörung“ vom 23.09.2016, insbesondere folgender Absatz:

„Die schwierigen Zeiten sind für Menschen, die im geistigen Sinne nicht sehend und psychisch unreif sind, immer eine natürliche Versuchung, indem sie diese Menschen verstärkt dazu provoziert, ein unwiderstehliches Bedürfnis zu verspüren, einen erdachten Feind zu suchen und zu bestimmen. Denjenigen zu bestimmen, der unbedingt als der Schuldige für das Unheil und die Unannehmlichkeiten, die man erleidet, identifiziert werden soll.“

Siehe zudem das Kapitel „Kränkung und Empörung“ im Bereich „Geistige Entwicklung“ der Einführung !


Das Irreale – Phantasie und Träume

Dieses Thema stellt den Hauptartikel in der Zeitschrift „Das Gelobte Land“ vom Oktober 2018 dar.
Es werden lediglich Zitate aus dem Letzten Testament wiedergegeben – ohne Kommentar.

Die Bedeutung der Vorstellungskraft – Das Reale und das Irreale
Das Irreale … Was ist das Irreale?
Das menschliche Bewusstsein, das sich noch auf dem Niveau des Reiches der Gewalt befindet und dem Einfluss der wissenschaftlich-technischen Entwicklung verfallen ist, entwickelt sich immer mehr unter dem Einfluss des Realen.
Deshalb hängen in der heutigen Zeit die Denkweise und das Auffassungsvermögen des Menschen vollkommen von den realen Objekten und Erscheinungen ab.
Der Mensch hat dem Irrealen bewusst den Rücken zugekehrt und versucht, von ihm wegzukommen wie von einem unnützen Trödel.
Ist aber die Existenz des Realen ohne das Irreale möglich? Ist dieser Weg nicht eine Versuchung, die zum Abgrund führt?
Die Entwicklung der geistigen Welt des Menschen besteht nicht nur darin, die Errungenschaften auf dem Gebiet der Kunst kennen zu lernen, sondern auch die grundlegenden Möglichkeiten des Menschen zu entwickeln – in der Kunst bedeutet das: sich etwas vorzustellen, zu phantasieren, zu träumen.
Dabei entwickeln sich die Fähigkeiten zur unbegrenzten schöpferischen Arbeit. Diese Fähigkeiten sind die wichtigsten im Wesen des Menschen, auf welche die Menschen leider mit Herablassung blicken, doch die sie nicht nur von der Tierwelt unterscheiden, sondern auch von allen möglichen außerirdischen Zivilisationen.
Das Irreale ist genauso eine sinnlich aufnehmbare Erscheinung wie das Reale. Es existiert Seite an Seite mit der Realität. Weshalb ein Mensch, der nur das Reale kennen lernt, ein Auge und ein Ohr opfert.
Die Realität kann man nicht verändern, die Irrealität aber kann man unendlich abwandeln. Diese Modifikation geschieht in direkter Abhängigkeit vom Entwicklungsniveau der Vorstellungskraft.
Das Wichtigste dabei ist, aus den unzähligen Variationen den einzig richtigen Weg zu finden.
Letztes Testament: Ansprachen, Kap. 24, Vers 1-16.
Das Irreale in der Kunst. Der Traum. Ungeahnte Fähigkeiten
„Dieser große Fehler, die Realität als das Wichtigste herauszuschälen und abzutrennen – hat selbst das Tor der Kunst durchschritten, wo das Urteil über die Harmonie eines Werkes, das nicht mit der bekannten Realität verbunden ist, in der Meinung gipfelt, dass die künstlerische Wahrhaftigkeit verloren gehe. Oder mit anderen Worten: Das Kolorit sei unwirklich, nie gesehen, willkürlich.
Warum aber sollen die Farben die erkannte Realität schildern, und warum soll das alles sein?
Erkennbar ist doch auch jenes, was als irreal gilt.
Diese Erkenntnis hat neue, unendliche Horizonte der Schönheit geöffnet, die viele Menschen nicht erblicken.
Ein einfaches, aber erstaunlich treffendes Beispiel der Einwirkung der Irrealität auf den Menschen ist sein Traum.
Der Traum zwingt den Menschen dazu, ein irreales Leben zu erleben.
Seine Gefühle aber reagieren in gleichem Maße auf ein Geschehen, das nur im Bewusstsein entsteht.
Die Menschen haben die Träume als gegenstandslos betrachtet, als völlig unabhängig von der Wirklichkeit.
Diese Träume wurden der Phantasterei gleichgestellt und Trugbilder genannt.
Der Mensch könnte sagen, dass er diesen Unsinn nicht brauche – weder im persönlichen Leben noch während der Arbeit, denn dieser könne ihn nicht ernähren, noch materiell bereichern. Können solche und ähnliche Reden aber darüber befinden, ob ein Mensch wirklich normal ist?
Das Wesen jedes vernünftigen Menschen besteht darin, das Unbekannte erkennen zu wollen.
Doch der Weg zur Erkenntnis ist von zweierlei Art, und die Möglichkeiten der Menschen sind verschieden.
Der Mensch kann, wenn sein Bewusstsein noch nicht endgültig konserviert wurde, wünschen, einen unbekannten Planeten zu sehen oder auf ihm zu verbleiben, sich zeitlich in die Vergangenheit oder Zukunft zu bewegen, irgendein fremdes Leben zu leben und vieles, vieles mehr.
All das steht in der Macht des Menschen.“
Letztes Testament: Ansprachen, Kap. 24, Vers 24-34, 38-44.
Verlust der Phantasie. Geisteskrankheit
„Mit der Zeit befreien sich die Menschen immer mehr von dem Wunsch, zu phantasieren. Sie festigen immer mehr die Meinung, dass es besser sei an das zu glauben, was man mit den Händen berühren und im wachen Zustand sehen könne. Mit dieser Absicht konserviert der Mensch aktiv weite Gebiete im Gehirn des Körpers, und lässt einen winzigen Teil übrig, der nur über die materielle Befriedigung der Persönlichkeit etwas weiß.
Natürlich zählt die Gesellschaft Geistesgestörte zu den Menschen, die unfähig sind, einen Nutzen zu bringen. Doch wenn man in die Tiefe dieser Leute blickt, kann man erkennen, dass so ein Kranker nur deshalb unnütz ist, weil er in einen Trugzustand verfällt, unabhängig von seinem Willen und für eine unbestimmte Zeit.
Dieser Zustand ist von seinem Bewusstsein nicht steuerbar, weshalb diesem Menschen keine verantwortliche Arbeit in der Gesellschaft anvertraut werden kann. Und er kann selbst sein Leben nicht aufrechterhalten, ohne eine gebührende Pflege.
Anders bei einem gesunden Menschen, der dann und für eben solch eine Zeitspanne in einen Traumzustand eintreten sollte, wie es der betreffenden Lage entspricht.
So erkennt denn würdig euer wahres Wesen – das großartige Talent, das euch euer Vater gegeben hat! „
Letztes Testament: Ansprachen, Kap. 24, Vers 51-62.
Phantasie in der Kindheit
„Die Kinder der Wahrheit besitzen die Fähigkeit, mit den Blumen zu sprechen, die Wolken zum Freund zu haben und unhaltbar im Windstoß zu fliegen, wobei sie eine große Menge smaragdenen Staub mit sich ziehen, der von den Blüten der Träume herabgefallen ist. Sie erlangen die Möglichkeit grenzenlos zu gestalten, trotz aller Gesetze des materiellen Daseins.
Von den Tätigkeiten dieser Kinder erscheinen am Himmelszelt gestreifte Wolken, im All drehen sich Planeten in Form von Kringeln und sonstigen unerwarteten Umrissen, und ein Meer wunderbarer Blumen kann jegliche Sternoberfläche bedecken.
Ihr könnt euer Leben in einer beliebigen Ecke des Alls verbringen und dabei jene geistigen Eigenschaften gewinnen, die euch niemand zur Verfügung stellen kann. Und das ist die Herrlichkeit Gottes – unsichtbar, doch überall anwesend!
Die jungen Leute jedoch betreten den Weg des grenzenlosen Wissens, wo mit Hilfe der wissenschaftlichen Erkenntnis die Geheimnisse aller Erscheinungen gelüftet werden.
Das lebendige Licht, das Geheimnisse ausstrahlt, verliert an Farbe und verwandelt sich in eine unendliche Reihe von Formeln und chemischen Elementen.
Im Menschen verkümmert die Vorstellungskraft – jene Lebensquelle der geistigen Welt. Und im weiteren Leben ruft die Einwirkung eines Geheimnisses das quälende Gefühl der Unzufriedenheit hervor, das mit Hilfe von zusätzlichem Wissen beseitigt wird, was dem Menschen Ruhe und ein Minimum an Lebensfreude gewährt, wonach das Interesse an der erkannten Erscheinung abkühlt.
Die Vorstellung lässt nie das Interesse am Unbekannten abkühlen, denn sie hat die Fähigkeit, sich mit der Zeit ständig zu ändern, und hängt davon ab, wie der Mensch das Erkennbare sehen möchte. Die Fähigkeit, dank derer der Mensch das Unbekannte so sieht, wie es seine Vorstellungskraft erlaubt, hilft das zu fühlen, was mit dem Verstand zu fühlen unmöglich ist, das gibt seiner Seele einen immensen Reichtum. Und mit der Großartigkeit einer der Seiten der Vorstellungskraft kommt ihr in eurem Leben ständig in Berührung, ohne ihr die würdige Aufmerksamkeit zu widmen.
Wenn einer eurer Nächsten, ohne seine Bewunderung zu verbergen, etwas gesehenes Schönes beschreibt und ihr möchtet ebenfalls damit in Berührung kommen, so schafft eure Vorstellung in Erwartung eines Zusammentreffens damit lebendige Bilder, die für die günstigste Betrachtung durch eure individuellen Empfindungen in einem bestimmten Moment notwendig sind. Doch für gewöhnlich empfindet ihr eine gewisse Enttäuschung, wenn ihr dann mit der Realität zusammentrefft. Denn die Realität existiert für sich und ist unabhängig von menschlichen Wünschen.
Durch die Vorstellung jedoch bekommt ihr die vollständigste Erfüllung.
So erkennt denn würdig das grenzenlose Sakrament, das eure Seelen unendlich bereichert! Erlernt die Reue! Und nehmt die Hand, die euch der Himmlische Vater heute reicht. Beginnt den wahren Aufstieg! Werft den grauen Umhang des falschen Erwachsenseins ab; solange es nicht zu spät ist, entwickelt die Vorstellungskraft und träumt! Denn die Vorstellung ist eine gewaltige Quelle der wahren Erkenntnis des Daseins.
Versucht nicht, die Kindheit hinter euch zu lassen und schämt euch nicht, Kindern ähnlich zu sein. Doch wisset, dass im Wesen der Kindheit das Nehmen, im Wesen der Reife – das Geben enthalten ist. „
Letztes Testament: Ansprachen, Kap. 32, Vers 130-157.

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