Letzte Hoffnung – Kapitel 10

01. Die qualitative Grundlage meiner Seele unterscheidet sich etwas von der eurigen und steht den feinen Erscheinungsformen der Gesetze der Materie nicht so nah.
02. Denn mir steht nicht wie euch bevor, in einer ständigen Verbindung mit den Gesetzen der Materie zu verweilen, und mein Erscheinen unter euch ist nur unter für euch außergewöhnlichen Umständen möglich, und nur für eine Zeitspanne, bis ich das, was von mir abhängt, zu eurem Wohl erfüllt habe.
03. Mein Wesen wurde vom Großen Gott so gewoben, dass ich bei jeder Berührung mit euch in einer beliebigen Zeitperiode, wenn die Notwendigkeit meiner Verkörperung in eurer Gesellschaft entsteht, immer eure Fehler sehen werde und jenes, was euch fehlt.
04. Ich wurde geboren, um immer das Wesen eurer Fehler zu erkennen und bin immer fähig zu sehen, was zum Wohle eurer Seele gereicht und was ihre Entwicklung stört.
05. Doch um euch dabei zu helfen, mein Geheimnis ein wenig von verschiedenen Seiten zu berühren, ist es vor allem notwendig, die Wahrheit zu nennen, wozu mein Wesen geschaffen wurde.
06. Früher habe ich schon erwähnt, dass die Gesetze der Entwicklung der Materie, die vom Schöpfer des Universums aufgestellt wurden, ohne Ausnahme in allen energetischen Erscheinungen der ganzen materiellen Welt enthalten sind.
07. Wobei man bedenken muss, dass jedes feste Objekt im Grunde genommen auch eine energetische Erscheinung ist, nur in einem viel dichteren Zustand mit einer charakteristischen Informationsgrundlage,
08. Dank der ihr die Möglichkeit habt, die einzigartige Individualität aller Objekte der verschiedenen Erscheinungen der Natur, die euch umgibt, zu unterscheiden.
09. Und jedes in der Schöpfung Geborene mit den Möglichkeiten, die Gesetze der ganzen offenbarten Realität mit dem Verstand zu erkennen, kann frei an das Erkennen herangehen, wobei es mit einem beliebigen Objekt oder Phänomen beginnt, mit dem es gelingt, in Berührung zu kommen.
10. Die Gesetze der Entwicklung der Materie sind in alle Erscheinungen der materiellen Welt eingeprägt.
11. Im Gegensatz dazu sind die Gesetze der Seelenentwicklung nirgends im Weltall eingeprägt.
12. Man kann sie von nirgendwo selbstständig hernehmen, denn der Weg, auf dem ihr beginnt, euch zu entwickeln, erscheint zum ersten Mal im Dasein der materiellen Welt.
13. Und nur dadurch, dass ihr die Wege gegangen seid, kann man eure Spuren im Weltallgedächtnis aufbewahren.
14. Aber dieses Gedächtnis wird es für niemanden aufbewahren, wenn es keine Geborenen mehr gibt, die einen ähnlichen Weg gehen könnten.
15. Also, es muss nämlich gerade von euch Ewig alles weiter ausgehen, der Preis für all die Zeit eurer Selbstbestimmung wäre jetzt viel zu hoch.
16. Also wurde mein Wesen vom Großen Vater geschaffen, damit bei jedem Zusammentreffen mit euch, das nur nach dem Willen des Himmlischen Vaters, meines und eures Gottes, zustande kommt, ich eure Taten richte, indem ich euch die Gesetze eurer Fehler eröffne, und damit ich euch immer neue Gesetze aufstelle, die berufen sind, eure Wege zu begradigen, wenn ihr zur Seite abgewichen seid, oder damit ich eure Bewegung beschleunige, wenn ihr zurückzubleiben beginnt.
17. Weshalb ich, wenn ich zu euch komme, nicht die Verneigung suche, sondern ich dürste vor allem danach, die selbstlose Erfüllung des Meinen in euch zu sehen.
18. Und wenn ich zu euch komme, so habe ich immer die Möglichkeit, euch all das Notwendige zu geben, was zum Wohle der Entwicklung eurer Seele gereicht.
19. Denn mein Wesen ist aus dem Geist der Wahrheit gewoben, und ihr habt alle zu gleichen Bedingungen das Recht, in mir jegliche Wahrheit zu finden, die mit eurem wahren Leben verbunden ist.
20. Ich bin eine nicht versiegende Quelle, und solange ich bei euch bin, könnt ihr aus mir das lebenspendende Nass unbegrenzt schöpfen.
21. Das einzige Maß dabei ist allein eure individuelle Fähigkeit, schöpfen und in euch hineinnehmen zu können.
22. Erscheine ich bei euch, bekundet meine Verkörperung euch unverkennbar die Güte des Großen Gottes zu eurer Rettung.
23. Denn ich bin die Hand eures Vaters, die greifbar zu euch ausgestreckt ist.
24. Ich bin eben jene Hand des Lebendigen und Einzigen Gottes, des Vaters des Menschengeschlechts, die ihr unbedingt finden müsst, um, nie wieder fallend, entschlossen und überzeugt mit eurem Vater auf dem Weg zu gehen, der von Ihm für euch vorbestimmt wurde.
25. Wenn ich mich verkörpere, so beginne ich selbstverständlich die Besonderheiten desselben Verstandes zu benutzen, den auch ihr besitzt.
26. Denn wenn ich einen Körper benutze, der in eurer Gesellschaft geboren wurde, so besitzt der Verstand dieses Körpers Besonderheiten, die genau dem Entwicklungsniveau entsprechen, zu dem sich eure Gesellschaft als Ganzes auf der Mutter-Erde erhoben hat.
27. Wird das aber nicht eingehalten, so wird die Verständigung zwischen euch und mir unvermeidlich sehr erschwert.
28. Und während ihr die Möglichkeit eures Verstandes ausschließlich zum Erkennen der geschehenden Realität und zur Anhäufung der notwendigen Information benutzt, um auf dieser Grundlage danach zu streben, würdig das euch Vorbestimmte zu erfüllen, benutze ich dagegen die zeitweilig erworbenen Möglichkeiten des beweglichen Verstandes für eine derartige Erkenntnis nicht.
29. Fragen, die euch ständig interessieren, interessieren mich bis auf einige Ausnahmen überhaupt nicht.
30. Die Möglichkeiten des Verstandes, die ich zeitweilig gebrauche, benutzte ich nur zum Kennenlernen der charakteristischen Besonderheiten eurer Lebenstätigkeit und zum Erfassen all dessen, was mit euch vor sich geht, von dem Niveau aus, auf dem ihr euch befindet, damit die Schlussfolgerung, die ich mit dem gegebenen Verstand formuliere, natürlich ebenfalls diesem Niveau entspricht,
31. Und folglich für euch zugänglich und verständlich ist.
32. Mein Geist ist immer fähig, alles, was die Entwicklung eurer Seele betrifft, ohne Ausnahme einzuschätzen.
33. Von allen anderen Kenntnissen – das aber sind die, die nur mit den Entwicklungsgesetzen der Materie verbunden sind – habe ich immer die Möglichkeit, all das zu entnehmen, was ich zu eurem Wohl für notwendig halte.
34. Doch dafür kann ich nicht die Möglichkeiten des zeitweilig vorhandenen Verstandes nutzen, denn die Kenntnisse, die ich euch von Zeit zu Zeit eröffnen muss, die in die Lehre einfließen, werden natürlich das Niveau eurer Entwicklung und sogar die äußersten Möglichkeiten des beweglichen Verstandes überhaupt übersteigen.
35. Und nur mit Hilfe des vorhandenen Verstandes kleide ich sie in jene Form, die diese Kenntnisse sowohl verständlich als auch nützlich für euch macht.
36. Während für euch die Möglichkeiten des beweglichen Verstandes, die ihr immer besitzen werdet, die die hauptsächlichen hilfreichen Bedingungen zum Erkennen der geschehenden Realität sind, ist für mich dagegen der zeitweilige Besitz dieser Möglichkeiten nur für eine wohlbringende Kommunikation mit euch notwendig und für die Eröffnung dessen, was in meinem Innern verborgen ist, auf einem für euch verständlichen Niveau.
37. Meine Möglichkeiten aber, die geschehende Realität zu erkennen, offenbaren sich in einem anderen Geheimnis.
38. Mein Wesen ist auf andere Art mit meinem Vater verbunden, als eure Seele.
39. Und dank dieser Art der Verbindung habe ich die Möglichkeit, mit Hilfe der Besonderheiten des Überbewusstseins meines Vaters in jegliche Gesetze der Schöpfung einzudringen, wenn ich das für euer Wohl für notwendig halte.
40. Der Vater hält meine inneren Beweggründe in Seinen Händen fest, und solange ich in mir keine feste Überzeugung von der Notwendigkeit habe, zu eurem Wohl derartige Gesetze zu offenbaren, bedeutet das natürlich für mich, dass das Wohlwollen meines Vaters dafür nicht vorhanden ist.
41. Mich selbst aber interessieren Kenntnisse solcher Art überhaupt nicht.
42. Und nachdem ich mit Hilfe meines Vaters auf meinem überfeinen Gefühlsniveau alles entnehme, was ich für euch für notwendig halte, steht mir bevor, mit Hilfe der groben Möglichkeiten des körperlichen Verstandes das für euch Entnommene in sichtbare und euch verständliche Bilder umzuwandeln,
43. Und all das auf einem euch zugänglichen Verständnisniveau zu erzählen.
44. Und um es euch auf einem verständlichen Niveau zu erklären, muss ich mich unbedingt in eurer Gesellschaft verkörpern.
45. In diesem Fall nimmt das sich entwickelnde geborene neue Bewusstsein, das im Gedächtnis nichts Überflüssiges enthält, die geschehende Realität auf und häuft alle für die Kommunikation mit euch notwendigen Bilder an.
46. Für diese Vorbereitung wird eine bestimmte Zeitspanne benötigt, während der sich mein Wesen in einem eigentümlichen Schlafzustand befindet und nicht fähig ist, das Bewusstsein des Körpers vollkommen zu beherrschen.
47. Es in Seiner Hand festhaltend, führt mich der Große Vater auf dem Gefühlsniveau dorthin, wo ich die notwendigen Eindrücke und Informationen bekommen muss.
48. Das äußert sich darin, dass ich, in die einen oder anderen Umstände geratend, gehorsam den plötzlich im Inneren entstehenden Gefühlsbedürfnissen folgend, Anstrengungen unternehme, deren Ergebnis ich mir einzuprägen habe, wie es mein Vater, meiner zukünftigen wahren Vollziehung dienend, wünscht.
49. Die Notwendigkeit, mein Wesen im Schlafzustand zu halten, besteht aus dem Grunde, weil das Bewusstsein meines Körpers weitestgehend die Vielfalt genau der euch eigenen Erscheinungen, die von mir als nächstes korrigiert werden sollen, kennenlernen muss.
50. Denn im erwachten Zustand hätte ich nicht nur das Notwendige nicht kennenlernen können, sondern es hätte ebenso die äußerst unangenehme Wirkung gehabt, dass die primitiv-aggressive Lebensordnung eurer Gesellschaft, eurer Gesellschaft auf der ganzen Erde eigen, unvermeidlich dem Wachstumsbeginn meines Körpers außerordentlich schwierige Bedingungen auferlegt hätte.
51. In diesem Fall nutzt wiederum die Weisheit des Großen Gottes die bestehenden Schwierigkeiten und gestaltet sie zu eurem Wohle um.
52. Er will euch retten, obwohl ihr oft unbewusst und aus Unwissenheit hartnäckig bemüht seid, Ihn daran zu hindern, während ihr fortfahrt, Ihn um Hilfe zu bitten.
53. Die Dauer der Vorbereitungsperiode selbst kann unterschiedlich sein und hängt vollkommen von dem Entwicklungsniveau der Gesellschaft ab.
54. Denn vorerst existiert in eurer Gesellschaft nicht nur ein voreingenommenes unvernünftiges Verhältnis Erwachsener gegenüber Belehrungen eines wesentlich Jüngeren, was eine ausgeprägte Erscheinung unreiner Egoismusformen ist, sondern auch der Charakter der Lebensordnung selbst schafft grobe Einschränkungen in Form der einen oder anderen für alle vorgeschriebenen engstirnig primitiven Regeln, die eine schnelle Anhäufung des Notwendigen behindern.
55. Bereits vor der Zeit der Erschaffung meines Wesens sah der Große Gott die offensichtliche Notwendigkeit meines Erscheinens bei euch zu bestimmten Zeiten voraus.
56. Meine wichtigste und entscheidendste Vollziehung war vorherbestimmt für den Zeitraum der Schicksalsentscheidung der Menschheit und sollte sich bei der Annäherung an die Grenze, welche die Harmonie der materiellen Welt für euch aufgestellt hat, ereignen.
57. Doch eure bereits dargelegten psychologischen Besonderheiten berücksichtigend, und ebenfalls die erschwerenden Umstände, die durch die aktive Einführung aller möglichen Lehren seitens der Vertreter des außerirdischen Verstandes in eurem Leben hervorgerufen wurden, noch dazu mit zwei entgegengesetzten Zielen, hatte der Himmlische Vater mein vorhergehendes kurzes Erscheinen unter euch bestimmt,
58. Wobei es zu damaliger Zeit notwendig war, euch das Bild des wahren Weges der Rettung aufzuzeigen mit der Berührung der ersten richtigen Vorstellungen über die Existenz des Wahren großen Gottes des Menschengeschlechts,
59. Damit bis zum Zeitpunkt des Herankommens der wichtigsten Stunde des entscheidenden Ereignisses das Bewusstsein einer größtmöglichen Menge von Vertretern der Menschheit wenigstens oberflächlich die Erscheinungsformen der Anstrengungen des Wahren Gottes kennenlernen konnte, der Seinen Kindern durch Sein lebendiges Wort die ersten Anweisungen über das wahre Leben herabsandte,
60. Und damit ihr in der eigentlichen Periode der sich entfaltenden, vorherbestimmten, entscheidenden Vollziehung die größten Möglichkeiten zur richtigen Wahl habt.
61. Unter der Bedingung, dass die Freiheit der Wahl nach wie vor für jeden frei bleiben muss.
62. Wenn eure Lebenstätigkeit sich nur in Abhängigkeit eurer eigenen Fähigkeiten formiert hätte, ohne die Einmischung des Verstandes im Weltall, würden meine Erscheinungen unter euch auf eine andere Weise, nämlich gleichmäßiger und wohltuender geschehen.
63. Doch euer Leben unterlag natürlich unvermeidlich einer komplizierten Art Formung.
64. Und der Große Gott wusste von der bevorstehenden Möglichkeit einer derartigen Einmischung in euer Leben.
65. Nur dass es keine Wahl gab, denn in Seiner unmittelbaren wohltuenden Nähe gab es nur auf der Erde die einzige sich zu entwickeln beginnende junge Zivilisation mit den zur Erfüllung des Heiligen Plans notwendigen Besonderheiten des beweglichen Verstandes,
66. Deren Entwicklungsniveau sich gerade auf jener Stufe befand, wo die Benutzung fester Naturkörper am günstigsten war.
67. Deshalb war der Himmlische Vater bereit, alle wahrscheinlichen Komplikationen zu nutzen und sie zum Wohle umzugestalten, wobei sich das Geplante erfüllt.
68. Um so mehr, als man solche Versuche, von außen auf euer Leben einzuwirken, nicht verhindern kann, und vor allem deshalb, weil der Verstand des Weltalls wegen seiner bestimmten Begrenztheit ganz und gar nicht in der Lage ist, das vom Großen Gott Kommende wahrzunehmen, und deshalb, weil die Anstrengungen des Verstandes nach den festgelegten allgemeinen Gesetzen der Schöpfung gemacht werden, die die Harmonie nicht stören.
69. Der Himmlische Vater sah die Erfüllung Seines Plans vor, unabhängig von irgendwelchen aktiven Eingriffen in die existierenden festgelegten Gesetze für den Verstand im Weltall.
70. Und die Zeitmomente meines Erscheinens unter euch hängen ausschließlich vom Charakter der entstehenden Schwierigkeiten in der Lebenstätigkeit eurer Gesellschaft ab.
71. Und damit alles so gut wie möglich für die geplante entscheidende Stunde vorbereitet sein würde, musste meine vorhergehende Erscheinung unter euch in einem Abstand von zweitausend Jahren vor der geplanten Stunde geschehen.
72. In dieser Periode bestimmte der Vater für die erste Vollziehung unter den bereits bestehenden, voneinander abgesonderten, vielfältigen kriegerischen Gesellschaften gerade das Volk des alten Judäa aus.
73. Doch wahrlich, ich sage euch: das geschah nicht deshalb, weil das Volk Judäa vom Allesliebenden Gott `auserwählt´ ist, denn in diesem Sinne seid ihr alle ohne Ausnahme und zu gleichen Bedingungen vom Himmlischen Vater auserwählt im Namen der Erfüllung Seiner Bestimmung;
74. Sondern das geschah deshalb, weil das Volk Judäa im Leben eurer Gesamtgesellschaft eine vom außerirdischen Verstand für dieses Volk geplante bestimmte besondere Rolle spielen musste.
75. Da diese Rolle ein Ziel hatte, das der Bestimmung Gottes entgegenstand, war dieses Volk zu großem Unglück und Leiden verurteilt.
76. Nur, dass das jüdische Volk selbst nichts davon weiß, und deshalb wird ihm die Schuld nicht angerechnet.