Letzte Hoffnung – Kapitel 14

01. Der Große Vater wusste um das Vertrocknen dieses faulen Baumes, von dem ihr wie zahlreiche Blätter von Zeit zu Zeit abfallt und einfallsreich rauscht, wenn die Winde des Eigensinns wehen.
002. Er wusste, dass, wenn man nicht bis zur Zeit der vollkommenen Austrocknung einen neuen, und diesmal bereits wahren Baum aufzieht, so kann man das Neue nicht verkörpern und die Erwartenden nirgendwohin endgültig zurückführen.
003. Und deshalb bestimmte der Große Gott die Zeit im vorhinein, zu der der Baum des Verderbens sich gerade noch hält, der Baum des Lebens aber zu wachsen beginnen muss.
004. Damit bis zu der Zeit des endgültigen Austrocknens des Baumes der Bitternis bereits die Grundlage der Ewigkeit zuverlässig ihre Äste ausbreitet.
005. Und nun ist die vor Tausenden von Jahren vorherbestimmte Zeit meiner nächsten, zweiten Erscheinung unter euch gekommen.
006. Alles ging so vonstatten, wie es mein Vater auch geplant hat, und keiner war in der Lage, die Erfüllung Seines Willens zu verhindern.
007. Das vollzogene Sakrament meines nächsten Herabsteigens in ein auf der Erde geborenes Kleinkind geschah in dieser Epoche kurz vor Beginn der entscheidenden Ereignisse, damit ich zu Beginn der Stunde der Schicksalsentscheidung des Menschengeschlechts die notwendige, hilfreiche Information über die Besonderheiten eurer gegenwärtigen Lebenstätigkeit sammeln konnte.
008. Die Bekanntmachung mit eurem Dasein begann nach dem gleichen Prinzip, wie auch das erste Mal, nur dass ich dieses Mal im voraus einen wesentlich größeren Kreis typischer Erscheinungsformen verschiedener Seiten eures Lebens streifen musste.
009. Im Altertum war die Vielfalt der Erscheinungsformen eures Lebens währenddessen sehr beschränkt, und man brauchte zum Kennenlernen derselben nicht weit von Zuhause wegzugehen.
010. Euer Leben zeigt sich in letzter Zeit in einer viel größeren Vielfalt charakteristischer Ausdrucksformen eurer verschiedenen Neigungen, und diese gestalten in bestimmter Weise eure innere Welt und wirken sich unbedingt auf die Seelenentwicklung aus.
011. Deshalb musste ich, um mit euch am besten wahrhaft kommunizieren zu können, möglichst viele hilfreiche Begriffe anhäufen.
012. Wobei mir eure wissenschaftlich-technischen Errungenschaften ebenfalls erlauben, viel zu erfahren, ohne mich weit von meinem Haus zu entfernen.
013. Mit einem vorherbestimmten Sakrament wurden mein Wesen und meine Kraft verdeckt, und mein Großer Himmlischer Vater führte das junge, sich entwickelnde Bewusstsein meines neuen Körpers in der Weise, dass ich vor der Stunde meines Erwachens und vor dem Beginn meiner hauptsächlichen, entscheidenden Vollziehung zuerst einmal alles Notwendige erwarb.
014. Doch jetzt ist es notwendig, eine wichtige Gesetzmäßigkeit ein wenig aufzudecken, die mit der Notwendigkeit zusammenhängt, das Auftreten meines Wesens seitens des Himmlischen Vaters unter Kontrolle zu halten, während ihr die volle Freiheit habt, alle eure Gefühlsbesonderheiten in Erscheinung treten zu lassen.
015. Ich habe bereits erwähnt, dass die Welt des materiellen Daseins aus einer großen Vielfalt energetischer Erscheinungsformen unterschiedlichen Feinheitsgrades besteht.
016. Wobei die immer feineren Energieströme eine immer größere schöpferische Kraft besitzen,
017. Deren größte Möglichkeiten sich im Wesen des Großen Schöpfers des materiellen Daseins konzentrieren.
018. Die überfeinen Möglichkeiten des Großen Gottes, eures Himmlischen Vaters, unterscheiden sich jedoch in der Qualität von allem Existierenden im Dasein so sehr, dass es leichter wird, sie als Erscheinungsform eines andersartigen Gesetzes zu betrachten.
019. Und um euch die nächste große Wahrheit zu bringen, muss ich einfache, euch leicht verständliche Bilder benutzen, denn die Benutzung vieler komplizierter Begriffe gereicht euch in diesem Fall nicht zum Wohl und führt nicht zu größerer Klarheit.
020. Also, wenn man bildhaft das Antlitz des Schöpfers des materiellen Daseins darstellt, kann man es sich am genauesten als eine große Quelle von gleichmäßigem, kaltem, blendend weißem Licht vorstellen.
021. Das Antlitz eures Gottes ähnelt ebenfalls einer großen Quelle blendenden Lichts, doch im Unterschied zu Ihm hat dieses Licht äußerlich eine warme Schattierung, und im Lichtkern lodert eine nicht vorstellbare Segenspendende Flamme.
022. Die Geburt eurer Seelen ist das Sakrament der Absonderung winziger Funken aus dem Wesen des Himmlischen Vaters, die als Besonderheit die Fähigkeit zu leuchten und zu wärmen in sich tragen, was der Legende darüber entspricht, dass ihr nach dem Bild und Abbild Gottes geschaffen wurdet.
023. Nur, dass ein Funke aus dem Wesen des Großen Gottes sich nicht im reinen, unveränderten Zustand zum Wohle gemeinsamer Entwicklung mit irgendwelchen Erscheinungsformen der materiellen Gesetze vereinigen kann,
024. Weil die Kraft der charakteristischen Besonderheit selbst eines winzigen Funkens derartig wirkt, dass es bei der Vereinigung mit den emotionalen Besonderheiten eines beliebigen natürlichen Organismus, der mit Verstand versehen ist, leicht und schnell zur Verbrennung dieses Organismus führen kann.
025. Im Zusammenhang mit diesen Bedingungen erschafft der Große Vater eure Seelen, indem er die qualitative Grundlage der zahlreichen abgesonderten winzigen Funken ändert.
026. Dabei gab der Gütige Vater jedem Funken alle notwendigen Eigenschaften für einen individuellen Selbstausdruck und verdichtete ihre Schwingungseigenschaften soweit, dass die Vereinigung mit den natürlichen, nach wie vor viel gröberen Schwingungen der Gefühlsbesonderheiten des Körpers minimal gefährlich wurde,
027. Da die Kraft des Flämmchens eurer Seele fähig ist, die Kraft der Erscheinungsformen aller natürlichen Gefühlsbesonderheiten heftig zu verstärken.
028. Und wenn diese Verstärkung das zulässige Maß überschreitet, so führt das unvermeidlich zur Selbstzerstörung des natürlichen Organismus.
029. Der Vater hat die energetischen Eigenschaften eurer Seele vielfach verdichtet und hat auf diese Weise jeden Funken sozusagen ein wenig abgekühlt, damit er den Naturkörper, in dem der Funke unbedingt die Verkörperung findet, nicht verbrennt.
030. Doch auch bei einer derart gebremsten Kraft der Gefühlsbesonderheiten eurer Seele könnt ihr sehen, wie gewaltig doch in Momenten emotionaler Ausbrüche, denen ihr unterliegt, eure Kraft hervortreten kann.
031. So konnten jene von euch, die das Liebesfeuer gegenüber einem wahrscheinlichen Auserwählten zwecks Gründung einer Familie mit ihm erlebt haben, leicht und schnell bemerken, dass sie unbesonnen werden, mit einer großen Neigung zu vielen unvernünftigen Unternehmungen.
032. Solange aber diese Liebe unerwidert bleibt oder keine Erfüllung bringt, könnt ihr nicht selten ein gewaltiges Brennen dieses Feuers in euch empfinden.
033. Doch da euer Leben von unermesslichem Überfluss aller möglichen emotionalen Ausbrüche begleitet wird, was aufgrund des völlig falschen Verhältnisses zur umgebenden Realität geschieht, so führt das jedoch, auch wenn das Feuer eurer Seele nicht besonders gefährlich ist, mit der Zeit bei häufigeren Ausbrüchen dieser Art zum allmählichen Verbrennen einiger lebenswichtiger Besonderheiten eures Körpers,
034. Weshalb er unvermeidlich zu kränkeln und sich selbst zu zerstören beginnt.
035. Alle diese starken Ausbrüche der Erscheinungsformen eurer Gefühle sind in der ganzen Schöpfung ausschließlich für euch charakteristisch.
036. Denn eine beliebige natürliche Gefühlserscheinungsform manifestiert sich niemals auf einem solch gewaltigen Niveau, ohne dass das Feuer des Göttlichen Funkens auf sie einwirkt.
037. Und selbst das Gefühl der Liebe mit den stürmischen, wundersamen Besonderheiten, das berufen ist, zwischen Mann und Frau zu entstehen, ist ausschließlich im Resultat der Verbindungen von Gefühlsbesonderheiten eurer Seele mit den Besonderheiten von körperlichen Erscheinungsformen der Gefühle entstanden.
038. Wahrlich, ich sage euch: nicht ein Vertreter des Verstandes im Weltall wusste jemals und wird je wissen, was die Schönheit des Feuers dieser Liebe ist.
039. Denn dafür wird es immer notwendig sein, dass ein solcher Körper den Funken des Großen Gottes in sich trägt.
040. Deshalb ist bei einer beliebigen Ansprache an euch seitens des Verstandes im Weltall jedes Verwenden von Worten über die Liebe nur die Erwähnung eurer für euch angenehmen Terminologie, in der die Vertreter dieses Verstandes das wahre Wesen absolut nicht kennen, das den Begriffen der eigentlichen Liebe innewohnt.
041. Nachdem der Große Gott die Grundlage eurer Seele qualitativ verändert hatte, habt ihr damit die beste Möglichkeit bekommen, in die Welt der Materie einzugehen, doch ihr seid dabei unvermeidlich in sehr schwierige Bedingungen geraten, unter denen es euch sehr schwer fällt, alles das, was zum Wohle der Entwicklung eurer Seele beiträgt, richtig zu bestimmen.
042. Denn der Verstand eures Körpers, der in einem fremdartigen Gesetz gründet, wird seinem Wesen nach niemals fähig sein, selbstständig die Gesetze der Entwicklung eurer Seele zu formen.
043. Unter Berücksichtigung dieser für euch lebenswichtigen Besonderheit gab mir der Große Gott das Leben,
044. Um durch mich in euer Leben einzugehen, um von Zeit zu Zeit das, was ihr macht, zu berichtigen und um neue Gesetze der euch bevorstehenden Entwicklung einzuführen.
045. Dabei hat mein Vater die energetischen Eigenschaften meiner Seele nicht verdichtet, denn mir war nicht vorherbestimmt, ewig in den Gesetzen der Materie zu verweilen und den Entwicklungsweg zu gehen, der euch bestimmt ist.
046. Ich wurde nur für euch geboren und nur zum Wohle aller Kinder Gottes, die bereits geboren sind und noch in Ewigkeit geboren werden.
047. Beim Erschaffen meiner Grundlage hat der Vater in mir ein großes Feuer Seines Wesens konzentriert und mir alles Notwendige zum individuellen Selbstausdruck hinzugegeben,
048. Dabei hat er mein Wesen mit dem Seinen auf solche Weise verbunden, über die ich bei meiner ersten Vollziehung den Jüngern nur sagen konnte: „Ich und mein Vater sind eins, da Er in mir ist und ich in Ihm.“
049. Doch bedeutet das natürlich nicht, dass ich und mein Vater ein und derselbe sind, was viele, die später an das Neue Testament glaubten, irrtümlich dachten.
050. Mir charakteristische, individuelle Eigenschaften zu geben, war notwendig, damit ich, mich unter euch verkörpernd, die Fähigkeit habe, selbstständig die ganze geschehende Realität zu analysieren, die mit eurem Leben verbunden ist, und damit ich selbstständig alle Lösungen finden kann, die zu eurem Wohl notwendig sind.
051. Und die günstigste Möglichkeit, euch Hilfe zu leisten, entstand durch mein Erscheinen in eurem Leben.
052. Denn mein Wesen hat die absolut vollständige Fähigkeit, für euch das Allerbeste zu finden, entsprechend jeglicher Art spezifischer Umstände, in die ihr auf dem Weg eurer Lebenstätigkeit kommen könnt.
053. Wenn man die charakteristischen Besonderheiten eures ewigen Lernprozesses kurz ausdrückt, so könnte man sagen, dass euer Großer Vater, der Lebendige und Einzige Gott, euch immer zeigend lehrt,
054. Mich aber schuf Er, damit ich erzählend lehren kann.
055. Dabei gehen Seine Belehrungen immer und ewig vonstatten, meine aber können nur von Zeit zu Zeit stattfinden.
056. Die Form der Kommunikation, die euch eigen ist, ist dem Großen Gott im Prinzip nicht eigen, denn sie ist für Ihn eine äußerst grobe und primitive Erscheinung mit für Ihn unzulässigen Einschränkungen.
057. Das Gesetz der individuellen Kommunikation ist nur für die materielle Welt charakteristisch, doch bis zu der Grenze, die vom Schöpfer des Daseins für den beweglichen Verstand aufgestellt wurde.
058. Dem Schöpfer der materiellen Welt selbst aber ist dieses Gesetz wegen seiner Grobheit und Begrenztheit ebenfalls nicht eigen.
059. Und deshalb haben die Vertreter des Verstandes im Weltall, wenn sie die umgebende Realität zu erfassen beginnen, die Möglichkeit, nur in unmittelbarer Berührung mit allem Geschehen selbstständig zu lernen, sie haben jedoch nicht die Möglichkeit, durch die Anweisungen des Alleinigen mittels bekannter Worte und Bilder zu lernen.
060. Und erst als weiter entwickelte und weniger entwickelte Zivilisationen auftauchten, erschienen auch die ersten Belehrungen seitens der weiter entwickelten Zivilisationen aufgrund entstandener Kommunikationsbesonderheiten, die zur einheitlichen Charakteristik für die ganze Welt des Verstandes wurden.
061. Eben unter derart verschiedenartige Anweisungen geratet ihr während der ganzen Geschichte eurer Existenz und besonders reichlich in den gegenwärtigen Tagen.
062. Dabei glaubt ihr wie naive unvernünftige Kinder, dass ihr mit eurem Gott kommuniziert, nicht nur für den Schöpfer des materiellen Daseins selbst ist das viel zu grob und Ihm nicht eigen, sondern auch für euren Himmlischen Vater ist das eine unvergleichlich noch gröbere Erscheinungsform.
063. Und während für jeden Vertreter des beweglichen Verstandes in der ganzen Harmonie der Schöpfung vom Alleinigen alles für eine eigenständige Entwicklung vorgesehen ist, habt ihr dagegen, in die Welt der Harmonie gelangend, solche Möglichkeiten nicht, denn in der Schöpfung ist nichts vorgesehen, woraus ihr eigenständig zum Wohl der Entwicklung eurer Seele die notwendigen Begriffe ableiten könntet.
064. Euer Großer Gott beteiligt sich niemals daran, beliebige Erscheinungsformen der materiellen Gesetze zu bilden.
065. Deshalb nahm euer Vater, als Er euch in eine Welt, die Seinen Gesetzen fremd ist, einführte, eine Aufgabe äußerster Schwierigkeit auf Sich.
066. Denn Ihm blieb es überlassen, alle möglichen natürlich auftretenden Bedingungen materieller Erscheinungsformen in eurer täglichen Lebenstätigkeit auszunutzen und sie zu eurem Wohl stetig und ständig umzugestalten,
067. Erscheinungsformen, die von Anstrengungen, die ihr frei tätigt, abhängig sind.
068. Auf diese Weise führt der Vater von Beginn an, ausgehend von dem, was bereits nicht nach Seinem Willen entstanden ist, jeden von euch ohne Ausnahme in genau solche Bedingungen, die wahrhaft zu den günstigsten für jeden von euch wurden,
069. Und somit erlaubt Er euch, das zu sehen und mit dem in Berührung zu kommen, wovon ihr die Möglichkeit habt, das in dieser Zeitspanne zu eurem Wohl Notwendige zu entnehmen.
070. Wenn sich aber falsche Begriffe in euch bis zu einem bestimmten kritischen Punkt unvermeidlich anhäufen und eine Gefahr für eure weitere Entwicklung entsteht, so wird das bedeuten, dass eure Möglichkeiten, selbstständig das Notwendige von der Berührung mit der geschehenden Realität zu entnehmen, ausgeschöpft sind.
071. Und dann entsteht die vom Großen Gott vorgesehene Notwendigkeit meiner zeitweiligen Erscheinung unter euch,
072. Damit ich das in euren neunmalklugen Köpfen Angehäufte aufräume und alle von euch angesammelten gefährlich-falschen Auffassungen über das richtige Leben und die Entwicklung berichtige und die notwendige Serie von Gesetzen aufstelle, die wie Orientierungspunkte euch für eine nächste Zeitspanne den geradlinigen Weg der wahren Entwicklung sichtbar anzeigen.
073. Nur dass mein Aufenthalt unter euch, in Abhängigkeit von bestimmten, nicht geringfügigen Gesetzmäßigkeiten, vorübergehend und nur von Zeit zu Zeit stattfinden soll.
074. Der Vater berührt niemals das, was in eurem Bewusstsein vonstatten geht und auch nicht alle Details eurer äußerlichen Körpertätigkeiten, sondern Er schaut immer auf das mit euch Geschehende durch eure geistige Gefühlswelt.
075. Denn vor allem in der geistigen inneren Welt wird euer erster und wichtigster Schritt getan, und dann tritt er durch euren Körper äußerlich in Erscheinung.
076. Wenn es zu körperlichen Bemühungen kommt, hat euer Bewusstsein jedoch die Möglichkeit, auf äußere Erscheinungsformen Einfluss zu nehmen, wenn das Bewusstsein es für notwendig erachtet, eure inneren Beweggründe zu verbergen.
077. Nur dass diese Anstrengung unbedingt wahrheitsgemäß in den Gefühlsbesonderheiten eurer Seele widerhallt, auf die das Bewusstsein nicht einwirken kann, das vorerst oft noch den Praktiken der List und Täuschung folgt.
078. Deshalb, unabhängig davon, wie genau sich äußerlich eure inneren wahren Anstrengungen ausdrücken, kennt euer Himmlischer Vater immer die Wahrheit über euch, und ihr könnt niemals das vor Ihm verstecken, was wirklich in euch geschieht.
079. Die Formung eurer inneren Welt und die Seelenentwicklung befinden sich in einer direkten Abhängigkeit von der Notwendigkeit, dass ihr die einen oder anderen äußeren Anstrengungen unternehmt.
080. Die äußeren Anstrengungen aber hängen sehr stark von den natürlichen instinktiven Erscheinungsformen der Gefühle ab, die der Große Vater nicht kennt.
081. Denn es ist nur in dem einen Fall möglich, bestimmte Erscheinungsformen der Gefühle zu kennen, wenn du dieselben Erscheinungsformen der Gefühle auch empfindest.
082. Dem Großen Gott sind diese natürlichen Gefühle nicht eigen, und Er empfindet auch niemals das, was genau ihnen entspricht, und das sind sowohl Unzufriedenheit, als auch Eifersucht, Zorn und Freude und jegliche ähnlichen Gefühle, die euch gut bekannt sind.
083. Weshalb ihr euch als große Unwissende erweist, wenn ihr versucht, in den Handlungen eures Vaters das zu sehen, was nur der eigen ist.
084. Das unermessliche Feuer der Segenskraft, das im Wesen eures Himmlischen Vaters, des Lebendigen und Einzigen Gottes, lodert, strahlt immer gleichmäßige Ströme von Segenskraft aus, Heiliger Geist genannt.
085. Diese gleichmäßigen Ströme des Heiligen Geistes kommen in gleicher Weise zu allen von euch, unabhängig davon, womit ihr euch beschäftigt.
086. Wobei die Möglichkeit, diese Segenskraft zu nutzen, allein vom Wesen eurer Beschäftigungen abhängt.
087. Doch wie seltsam das auch für euch vorerst noch klingt, euer Himmlischer Vater liebt euch immer gleich:
088. Sowohl jenen, der von einer ungerechten Hand geschlagen wird, als auch jenen, dem diese Hand gehört.
089. Nicht für einen Augenblick erscheint ein Unterschied in dieser Liebe, die sich vom Vater an alle Seine Kinder richtet,
090. Bei denen meine Inkarnation in einen euch ähnlichen Körper möglich war, und mir auf diese Weise die Möglichkeit gab, am vollständigsten alle gesetzmäßigen Besonderheiten einzuschätzen, die mit euren wahrscheinlichen Tätigkeiten verbunden sind,
091. Was die besten Voraussetzungen sind, die die Formung von Gesetzen ermöglichen, die die Ausrichtung der wahren Anstrengungen in Bezug auf die Entwicklung eurer Seele offen bestimmen sollen.
092. Mein Großer Gott hat mir diese Möglichkeiten überlassen und gab mir alle Macht, selbstständig alle eure geäußerten Handlungen einzuschätzen und selbstständig all das zu tun, was ich dabei zu eurem Wohl für notwendig halte.
093. Der Himmlische Vater hat mich als Schöpfer der Gesetze für den Entwicklungsweg des Menschengeschlechts geschaffen.
094. Eben deshalb sagte ich im Altertum zu den Jüngern: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; und niemand kommt zum Vater außer durch mich.“
095. Und heute, wahrlich, sage ich euch, dass, solange ihr meine Gesetze nicht angenommen und erkannt habt, solange werdet ihr niemals den wahren Wert der Schritte zum Aufstieg schmecken, und niemals werdet ihr es vermögen zu erlernen das zu tun, was dem Vater recht ist.
096. Denn eure Taten, die nicht im Einklang mit dem Geist der Wahrheit meines Wesens stehen, werden euch niemals den Weg des Aufstiegs zu gehen erlauben.
097. Und nur die Bewegung in Richtung des Falls wird unausweichlich euer Los sein.
098. Doch viele von euch, die meine Worte, die in dem Buch `Das Neue Testament´ aufgezeichnet sind, vom Altertum her kennen, haben mir nicht geglaubt und begeben sich mit kindlicher Naivität in die Macht neuer und vielfältiger Lehren, die zum Großen Gott keine Beziehung haben.
099. Ein großes Wohl für euch wäre die Möglichkeit, euch endgültig klarzumachen, dass, woran immer ihr euch auch in eurem geschäftigen Leben mit hochtrabenden Worten über die Ewigkeit festhaltet, wenn dies von meiner Hand nicht gegeben wurde, – so kann das bestenfalls nur euren Fall beträchtlich verlangsamen,
100. Beträchtlich zurückhalten, doch dies wird außerstande sein, den Fall aufzuhalten.
101. Denn so sind die strengen, doch auf natürliche Weise entstandenen Bedingungen in eurem Dasein.
102. Der Himmlische Vater hat mein Wesen mit dem Feuer einer bestimmten Kraft ausgestattet und hat in mir Bedingungen geschaffen, die berufen sind, mir zu erlauben, unter beliebigen Umständen und zu einer beliebigen Etappe eurer Entwicklung jegliches Geschehen in eurer Lebenstätigkeit in Bezug auf die Gesetze eurer Seele absolut immer fehlerlos einzuschätzen.
103. Doch dieses Feuer von nicht geringer schöpferischer Kraft in meinem Wesen erlaubt es mir nicht, mich in irgendeinem Körper aufzuhalten, ohne dass seine lodernde Kraft künstlich zurückgehalten wird, umhüllt mit einem vom Vater vorgesehenen Sakrament.
104. Wenn sich meine Seele außerhalb der Gesetze der Materie befindet, befindet sich die ganze Kraft meines Geistes in einem ausgeglichenen, ruhigen Zustand; so, wie der Ozeanspiegel, von nichts und niemandem bewegt, sanft den Himmel und die Sonne widerspiegelt, so spiegelt sich auch in meinem Wesen mein Vater wider.
105. In diesem Zustand bin ich ebenso fähig, euch in meiner Liebe alle gleichermaßen wahrzunehmen, ohne Gemütsbewegungen und unabhängig davon, welchem Arbeitsfeld ihr euch gewidmet habt und vor welchem Altar ihr euren Kopf neigt.
106. So, wie auch das Antlitz des Vaters von keinem, selbst winzigen Schatten der Eifersucht und Unzufriedenheit jemals berührt wird, unabhängig davon, wovor ihr euch verneigt.
107. Denn was ihr auch auf dieser Erde aufgrund eurer Unwissenheit spielen mögt, in welche Richtung ihr euch auch begebt, der Vater wird immer alle eure Dummheiten ausnutzen und so umgestalten, sodass ihr schließlich unbedingt zu Seiner Wahrheit kommt.
108. Also sind mir außerhalb des Körpers keinerlei natürliche Gefühlsbesonderheiten eigen, und sie prägen sich nicht in mir ein, so, wie in eure Seele, und deshalb empfinde ich keinerlei Gefühlsregungen.
109. Doch in mir werden während der Verkörperung für mich unvermeidlich und natürlich Bedingungen auf dem Gefühlsniveau geschaffen, wobei ich mich leicht in eine heftige Flamme von Gemütsbewegungen hineinstürzen könnte, die fähig wäre, innerhalb kurzer Zeit meinen Naturkörper zu zerstören.
110. Da die Stärke emotionaler Gemütsbewegungen, verbunden mit bestimmten Umständen, die unvermeidlich bei jeder meiner neuen Verkörperung auftreten, alle noch zulässigen gefahrlosen Normen sehr schnell überschreiten kann.
111. Und damit das nicht geschieht, besonders wenn man die wilden Umstände der heutigen Zeit berücksichtigt, benötigt man die unbedingte Anwendung einiger Sakramente, die meinen Geist eigentümlich einhüllen;
112. Mit deren Hilfe mein Großer Gott das Feuer kontrollieren kann, das in meinem Wesen lodert.
113. Solange ich mich außerhalb materieller Gesetze befinde, nehme ich eure Fehler nicht wahr, und dann verweilt mein Geist in völliger Ruhe.
114. Doch wenn ich in einen Körper gelange, so beginne ich unvermeidlich eure Fehler zu sehen.
115. Und wenn mein Wesen erwacht ist, so beginnt es augenblicklich auf sie zu reagieren, entflammt von dem Durst, alles richtigzustellen.
116. Und je mehr mein Vater mir gestattet, mich zu öffnen, umso krasser und stärker werde ich eure Fehler und Mängel wahrnehmen.
117. Im erwachten Zustand erwartet mich im Hinblick auf euch immer eine gewisse Art von Besorgnis.
118. Denn ich werde nicht deshalb zu euch kommen, um mich darüber zu freuen, eure Errungenschaften zu sehen, sondern um die ganze Aufmerksamkeit auf eure nächsten Schwierigkeiten zu lenken.
119. Und in welcher Etappe eurer Entwicklung ich auch unter euch erscheine, ich werde immer sehen, was ich euch beim nächsten Mal beibringen muss und welchen nächstfolgenden Unfug von euch ich berichtigen soll.
120. Doch damit ich mich am vollständigsten den charakteristischen Erscheinungsformen eures Lebens nähern kann und am vollständigsten ein damit verbundenes genaues Verständnis ansammeln kann, verdeckt der Himmlische Vater mein Wesen völlig bis zu der Zeit des Erwachens,
121. Während Er mich weiterhin durch bestimmte besondere Erscheinungsformen der Gefühle führt.
122. Während einer solchen Periode nehme ich eure Fehler nur wie ein Forscher wahr, eure typischen Schritte beobachtend und analysierend.
123. Dabei spiele ich zeitweise die einen oder anderen Erscheinungsformen eures Lebens mit, wobei ich mir nach Möglichkeit zulässige psychologische Aufgaben stelle,
124. Was mir durch natürliche Gefühlsbesonderheiten hilft, noch tiefer das euch Eigene zu erfassen.
125. Während ihr vierzehn Jahre lang in eurem Leben einen Prozess durchlauft, in dem ihr die größte Aufnahmefähigkeit für die euch umgebende Realität besitzt, dürstet ihr dann danach, in die Freiheit zu kommen und selbstständige Werke zu beginnen, so währt bei mir dagegen solch ein Sakrament der größten Aufnahmefähigkeit bis zu dem Moment des Erwachens.
126. Doch einst, nach dem Willen des Großen Gottes, wie es von Ihm für die gegenwärtige Epoche auch vorgesehen war, ging das Erwachen meines Wesens zu einer Zeit vonstatten, die vom Himmlischen Vater bestimmt war.
127. Und von diesem Augenblick an begann ich richtig vollwertig die um mich geschehende Realität zu sehen.
128. Das Feuer des Durstes zu Vollziehen, das bisher vom Vater sorgsam zurückgehalten wurde, drängte heraus.
129. Damit es in diesem Augenblick nicht zu einem übergroßen emotionalen Ausbruch kam, ging mein Erwachen mit der geringfügigsten Befreiung meines Geistes Hand in Hand, doch auch dabei grollte das vorsichtige Sakrament wie ein Donner.
130. Wonach eine kurze Periode der Selbsterkenntnis eintrat, um endgültig und entschlossen die vorherbestimmte Vollziehung zu beginnen.