Grundlagenbuch – Kapitel 2

1. Das Gehirn des Menschen ist der Tempel seiner Seele,
2. Dessen Bau während des Lebens im Körper verläuft.
3. Die Kenntnisse des Menschen sind Bauarbeiter, die mit dem Wunsch kommen, beim Bau des Tempels mitzuhelfen.
4. Doch der Verstand lässt nicht jeden zu,
5. Denn abhängig davon, was für ein Tempel entsteht, so ein Geist wird in ihm leben.
6. Ist der Verstand nicht aufmerksam genug oder blind denen gegenüber, die die Möglichkeit wünschen, ihre Hände an den Bau des Tempels zu legen, so kann er sich in einen Stall verwandeln, den der kleine Geist des Gestanks bewohnt.
7. Doch er kann sich auch als Höhle herausstellen, gefüllt mit dem Geist der Finsternis und der Kälte.
8. Der Körper des Menschen ist der Bewahrer des Tempels,
9. Der danach strebt, die Bauzeit des Tempels zu verlängern, damit er zur Vollendung kommt.
10. Ein Gebiet im Gehirn leitet den Körper im Rahmen des Instinkts.
11. In diesen Bahnen wird der Körper vor allen möglichen Gefahren geschützt, beschäftigt sich mit der Beschaffung von Nahrungsmitteln, kümmert sich um Wohnung und Erhaltung der Art.
12. Das Gehirn des Menschen, im Unterschied zum Gehirn der Tiere, dank der ihm gegebenen breiten Möglichkeiten, hilft dem Körper, zielstrebiger und mit größerer Leichtigkeit diese Eigenschaften ins Leben umzusetzen.
13. Menschen, die ihre Instinkte zum Wichtigsten machen, sind Tieren ähnlich, doch viel gefährlicher als sie.
14. Denn, dank der Möglichkeiten des Verstandes, können sie unermesslich mehr Unglück schaffen.
15. Der Körper ist berufen, die intellektuellen Möglichkeiten im Leben umzusetzen, indem er gedankliche Errungenschaften in sichtbare umwandelt,
16. Und so den Umgebenden die Möglichkeit gibt, mit den Einwirkungen der Hände des Schöpfers bekannt zu werden und sie zu fühlen.
17. Ein Werk, das mit Liebe geschaffen wurde, hat auf die Umgebenden einen segensreichen Einfluss.
18. Ein Werk, mit Boshaftigkeit geschaffen, ruft Ekel hervor.
19. Ein herzloses Werk ruft ein entsprechendes Verhältnis zu ihm hervor.
20. Denkt daran! Der menschliche Tempel ist nicht nur fähig, das eine oder andere Licht selbst auszustrahlen, sondern bringt auch das Werk der Hände seines Hüters zum Leuchten.
21. Alles hängt davon ab, von welcher Stärke die Seele war, die bei der Herstellung des Produkts zugegen war.
22. Man darf in Beziehung auf diese bedeutenden Eigenschaften des Menschen nicht blind sein!
23. Denn der Teufel ist fähig, diese Möglichkeit auszunutzen und sich wie ein Virus leicht von Mensch zu Mensch zu übertragen,
24. Denn seine Möglichkeiten sind meisterhaft und lassen keine Schwäche aus.
25. Denkt daran! Die Krankheit des Bösen zieht den Verstand für lange in Mitleidenschaft, wenn nicht für immer.
26. Was für eine Auswahl muss dann unter den Bauarbeitern des Tempels getroffen werden?
27. Der Teufel, der eine menschliche Seele besucht hat, fordert Befriedigung auf eine Weise, bei der dieser Mensch einem anderen Menschen noch mehr Böses überbringt.
28. Das kann sowohl ohne Worte in Erscheinung treten, als auch in Worten.
29. Der Drang, die Boshaftigkeit auszuschütten, ist so stark, dass die Mehrzahl der Leute unfähig ist, ihm zu widerstehen.
30. Doch einige versuchen, die Boshaftigkeit in sich zu erdulden, was, wenn sie keinen Ausweg und Befriedigung findet, dem Menschen Empfindungen großer Leiden aufzwingt, die in der Seele ungeglättete Narben zurücklassen.
31. Die Einwirkung des Teufels auf die Seele muss man in sich neutralisieren,
32. Damit sie nicht nur der Seele nicht schade, sondern auch nicht aus ihr ausbreche und eine immer größere Anzahl Leute in Mitleidenschaft ziehe.
33. In Abhängigkeit von seinem Wesen kann der Mensch zwei Wege zum Sieg über die Versuchungen des Teufels gehen.
34. Den einen Weg können nur jene Leute gehen, deren Seelen eine genügend feste Verbindung mit Gott haben.
35. Nur wenn man eine Verbindung mit ihm hat, kann seine segensreiche Kraft in die verwirrte Seele eingehen und sie von den Anschwemmungen des Teufels säubern.
36. Für kleingläubige Menschen und für Ungläubige, die eine schwache Verbindung zu Gott haben, übersteigt diese Art des Kampfes ihre Kraft.
37. So eine Unfähigkeit, den Segen Gottes zu benutzen, kann den Unglauben der Menschen mit schwachen Seelen an den Allmächtigen stärken,
38. Wobei das Auftreten dieser Ungläubigkeit sofort die Verbindung eurer Seele zum Teufel festigt,
39. Was seine Einwirkung auf euch noch verstärkt.
40. Und denkt daran! Einer bestimmten Kraft des Teufels kann nur eine nicht geringere Kraft des Segens Gottes widerstehen.
41. Doch das Einsetzen dieser segensreichen Kraft hängt von eurer Verbindung zu Gott ab.
42. Den zweiten Weg, sich dem Teufel zu widersetzen, kann sowohl ein Gläubiger als auch ein Ungläubiger benutzen.
43. Die Hauptsache ist – dass ihr nicht eine eurer Fähigkeiten verloren habt,
44. Die euch in der Kindheit gegeben wurde als Fundament für den Bau des Tempels der Seele.
45. Ein Kind – ist das am wenigsten entstellte und verdorbene Wesen.
46. In der Kindheit, in der sein Bewusstsein nicht der Einwirkung der gesellschaftlichen Dogmen unterliegt, treten in ihm am vollständigsten jene Möglichkeiten in Erscheinung, die der Mensch im Laufe seines ganzen Lebens entwickeln muss.
47. Das sind die Möglichkeiten, die in eurer Vorstellung in Form von Phantasien und Träumen bestehen,
48. Was am meisten im Kindesalter entwickelt ist.
49. Im Weltall existiert nichts Unsinniges.
50. Denke daran! Wenn dir etwas gegeben wurde, so bist du verpflichtet, deine Gabe zu entwickeln. Das ist die Vorsehung in deinem Leben.
51. Betrachte aufmerksam die Vergnügungen der Kinder!
52. Und erkenne, wie die Kinder, die einen oder anderen Spiele spielend, so tief im Wesen des Spieles versinken, dass sie derart ernsthafte Erlebnisse empfinden, als wären sie Erwachsene in beliebigen Berufen.
53. Doch das Kind ist mit Hilfe seiner Vorstellungskraft in der Lage, die eine oder andere Lebenssituation in seinem Inneren lebendiger zu erleben, als sie in Wirklichkeit geschehen kann.
54. Wenn also die Energie der Finsternis durch einen Bekannten in die Seele des Kindes eindrang, so fordert sie, sich verstärkend, sofort ihren Ausbruch entweder zu dem Beleidenden, oder zu irgendeinem anderen, der sich in der Nähe befindet.
55. Wenn jemand der Erwachsenen sich einschaltet und den Streit beendet, so wird sich diese Bosheit in die Seele des Einmischenden ergießen.
56. So ein Ausbruch ist geringfügig und kann auch ganz fehlen.
57. Die Hauptkraft der Bosheit bleibt immer für den Beleidigenden bestimmt.
58. Wenn aber der Ausbruch der Bosheit nicht vonstatten ging, so schickt das Kind diese Versuchung intuitiv in den geschlossenen Kreis der Selbstzerstörung.
59. Mit Hilfe seiner Phantasie bekommt es die volle Befriedigung aller Versuchungen.
60. Die Boshaftigkeit wird vernichtet, ohne die Seele zu verlassen.
61. Doch beim Betreten des zweiten Weges muss man äußerst aufmerksam sein.
62. Man sollte ihn nur solange benutzen, bis man eine genügende Verbindung zu Gott erlangt hat.
63. Denn obwohl sich die teuflische Versuchung selbst zerstört, bleibt die Seele für öftere Besuche ähnlicher Verführungen offen.
64. Die Vorstellungskraft muss vernünftig angewendet werden: um der Bosheit nicht noch mehr Grausamkeit zu übertragen.
65. Wisse! Der Gedanke ist der Vorhof zur Tat.
66. Wenn du in deiner Vorstellung ein boshaftes Laster mit noch größerer Wut befriedigst, so entwickelt sich mit der Zeit eine noch festere Verbindung zum Teufel,
67. Die seinen Versuchungen gestatten, immer öfter und mit noch mehr Kraft deine Seele zu besuchen.
68. Die Vorstellungskraft hat sich während der Entwicklung des Menschen im Reich der Macht unbedeutend entwickelt. Und nur bei Menschen, die schöpferische Neigungen haben.
69. Doch einigen Völkern wurden noch im Altertum Wahrheiten übermittelt, in deren Wesen die Entwicklung der Vorstellungskraft einbezogen war.
70. Diese Wahrheiten werden bis zum heutigen Tag geachtet, in nächster Zukunft aber werden sie ihren vorgesehenen Platz in der Entwicklung der Menschheit einnehmen.
71. Die Armut der Vorstellungskraft und die Unfähigkeit zu ihrer Entwicklung ist eine Folge des Strebens nach materiellem Wohlstand.
72. Der Mensch beginnt dem mehr zu glauben, was er mit seinen Augen sehen kann, und die „leere Phantasterei“ lässt er in der sorglosen Kindheit.
73. Da der Mensch keine richtige Vorstellung vom Wesen der Einwirkung des Teufels hat, kann er sich nicht ganz von seinem Weg befreien.
74. Denn selbst mit guten Absichten kann der Mensch so viel Unglück bringen, wie es ein Böswilliger nicht vermag.
75. Denkt daran! Guten Taten, die von euch ausgehen und nicht durch euren Verstand geschützt werden, kann sich der Teufel zu nutze machen;
76. Und dann zieht eure Welt Leiden nach sich.
77. Es ist äußerst wichtig zu verstehen, dass man sich von begangenen Sünden nicht mit Hilfe von Gebeten und Beichten befreien kann.
78. Das Gebet festigt nur die Verbindung zu Gott, um durch es seinen erhebenden Segen zu bekommen,
79. Was die Kräfte für einen weiteren Widerstand gegenüber dem Satan stärkt.
80. Der sündige Schmutz bleibt während einer zeitweiligen Schwäche kleben, wenn ihr den Einwirkungen der Versuchung nachgebt.
81. Wenn ihr die Verführung verspürt, sie aber nicht bekämpft und eine Sünde begeht, so zerreißt in derselben Minute einer der vielen Fäden, die eure Seele mit Gott verbinden,
82. Mit deren Hilfe der Himmlische Vater versucht, euch vor der unheilvollen Einwirkung zu schützen.
83. Bei einer wiederholten Einwirkung dieser Art verbleiben euch weniger Kräfte zum Widerstand. Die Versuchung aber wird mit größerer Stärke empfunden.
84. Wenn ihr auch das zweite Mal nicht standhaltet, so wird die Möglichkeit, das nächste Mal zu widerstehen noch kleiner, die Einwirkungskraft der Versuchung – noch größer.
85. Wisset! Erst beim zweiten Sündenfall erscheint ein neuer Faden, der euch mit dem Teufel verbindet.
86. Diesen Faden zu zerreißen ist wesentlich schwieriger, als die Seele nach dem ersten Sündenfall zu reinigen.
87. Der Mensch, der auf diese Gesetzmäßigkeit nicht achtet, rutscht leicht bis zum Boden des sündigen Abgrunds.
88. Wenn ihr Erkenntnisse über die verschiedensten Fallen des Teufels erlangt, so erlangt ihr zusätzliche Möglichkeiten seinen Versuchungen standzuhalten,
89. Und daraus folgt, ihr erlangt mehr Kräfte für die Entwicklung der guten Seiten eurer Seele.
90. Denkt daran! Die Hauptlaster, mit denen der Teufel den Menschen die Individualität raubt, sind die Macht und die materiellen Werte.
91. Seht euch um! Und erkennt, wie Leute, deren Selen zur aktiven Wechselwirkung mit dem Satan neigen, immer, wenn auch kaum bemerkbar, beim Erreichen materieller Güter das Glück begleitet.
92. Bei den anderen, deren Seelen so oder anders Gott nahe stehen, misslingt das Anhäufen materieller Güter.
93. Selbst wenn sie etwas errungen haben, so verlieren sie es schnell wieder.
94. Der Verlust kommt daher, dass der Segen Gottes, indem er in eine offene Seele einkehrt, jene Kraft schwächt, die die materiellen Werte festhält.
95. Und wisset! Dieser Wertgegenstand körperlichen Wohles, ist nach seinem Wesen dazu bestimmt, sich unter einer stärkeren Energie der Finsternis zu befinden.
96. Wenn diese Energie schwächer wird, so geht der materielle Wertgegenstand entweder zu einer stärkeren Energie über, oder wird vernichtet.
97. Ein solcher Wertgegenstand hält sich gut unter der Macht des Teufels, denn er ist seine zuverlässige Waffe, unter deren Einfluss der Mensch den geistigen Prinzipien gegenüber blind wird.
98. Bei Menschen, die eine wesentlich stärkere Verbindung zum Teufel haben, häufen sich die materiellen Werte im Überfluss.
99. So ein Laster verwüstet unbemerkt, in Kleinigkeiten, so sehr die Seele und verwickelt den Menschen in alle möglichen körperlichen Ergötzungen, dass die Rückkehr zu den geistigen Werten fast unmöglich wird.
100. Der Teufel schützt eifrig die Leute, die seinen Weg betreten,
101. Indem er um sie ein schwarzes Feld schafft, dem Leute mit hellen Feldern aus dem Weg gehen.
102. Diese Menschen werden in wohlbringenden Verbindungen kein Glück haben, was sie noch mehr verbittert und zum Nichts abtreibt.
103. Ein Gestrauchelter soll nicht schnell der Enttäuschung verfallen,
104. Denn zum Fall bedarf es keiner Anstrengung, doch um sich emporzuheben, wird Leistung gefordert.
105. Denkt daran! Wer ins Wasser gefallen ist, kommt nicht trocken heraus. Nur mit der Zeit wird er trocknen – und umso schneller, je stärker die Sonne auf ihn scheint.
106. Ein geistlicher Rang bewahrt absolut nicht vor der Einwirkung des Teufels, wie hoch dieser Rang auch sein sollte.
107. Der Teufel dringt auf die gleiche Weise bei einem Geistlichen ein, wie bei den anderen Menschen.
108. Vor den Früchten der Einwirkung des Satans kann nur die stärkste Verbindung mit Gott hüten.
109. Wenn du nur einen guten Verstand hast, oder eine scheinbar wunderbare kulturelle Erziehung, so gibst du dich, wenn du den schwachen wie den starken Einfluss des Teufels spürst, seinen Versuchungen nur aufgrund einer vernünftigen Einschätzung nicht hin.
110. Doch in der Seele verbleibt immer eine Spur von der Nichtbefriedigung einer bösen Versuchung, selbst wenn sie kaum zu bemerken ist,
111. Die bei vielfacher Wiederholung sich verstärkt und die Kraft, dem Teufel zu widerstehen, untergräbt; und einmal wird der Fall kommen. Und dieser Fall wird gewaltig sein.
112. Die Macht des Geistes des Bösen gestattet es ihm, auch an heiligen Orten zu wirken.
113. Selbst am Altar des Tempels – am Heiligsten des Heiligsten – könnt ihr euch unter seinem Einfluss befinden.
114. Wisset! Der Segen und die Versuchung bewegen sich Seite an Seite. Den Segen abweisend, bekommst du die Versuchung.
115. So sei die Wahl deiner Seele würdig!
116. Höre aufmerksam auf die Stimme deiner Seele, denn die Seele – ist ein Kind Gottes.
117. Sie kann nicht fehlen. Seid Schöpfer! Amen.

Wie wir Menschen miteinander leben sollten …